Niederheimbacher Kirchturm Quartier für Batman
Brutstätte für Fledermäuse gesichert
Eine rund 800 bis 1 000 Weibchen zählende Kolonie der Fledermausart “Großes Mausohr” hat sich den Turm der katholischen Kirche in Niederheimbach als Sommerquartier und Brutstätte ausgesucht. Der anfallende Kot der Tiere belastet jedoch den ohnehin vom Holzwurm befallenen Dachstuhl des Kirchenschiffes zusätzlich.Zur fachgerechten Sanierung des Dachstuhls und langfristigen Sicherung des Quartiers wird derzeit mit erheblichem Aufwand und unter Mithilfe der Freiwilligen Feuerwehr der Dachstuhl gereinigt und erneuert. Ein Teil der Kosten in Höhe von 33 500 Euro werden auf Vermittlung der Unteren Landespflegebehörde bei der Kreisverwaltung Mainz-Bingen durch Sponsoren getragen, da die Kirchengemeinde alleine für die notwendigen Mittel nicht aufkommen kann. Ein ähnliches Projekt ist vor einigen Jahren ebenfalls mit Unterstützung der Kreisverwaltung in der evangelischen Kirche Bacharach-Steeg mit großem Erfolg durchgeführt worden. Aus Sicht des Naturschutzes konnte damit ein wichtiger Teilerfolg zur Erhaltung des Gesamtlebensraumes erzielt werden. Der nächste Schritt müsste ein, der Fledermäusen als Winterquartiere dienende alte Stollen störungsfrei zu gestalten.
“In Zeiten leerer öffentlicher Kassen gilt es neue Wege zu beschreiten. Für die Aktion zum Erhalt des Sommerquartiers der Fledermäuse war es sehr hilfreich, private Sponsoren ansprechen zu können”, erklärt der zuständige Kreisbeigeordnete Adam J. Schmitt. Dies sei ein Ansatz, der auch künftig auf bestimmte Bereiche im Natur- und Umweltschutz ausgedehnt werden könne. “Aus unserer Sicht war besonders erfreulich, die Problemlösung konstruktiv und gemeinsam mit allen Beteiligten gefunden zu haben”, ergänzt Diethelm Freise-Harenberg von der Unteren Landespflegebehörde. Seine Behörde sei bei allen Anregungen auf offene Ohren und nachahmenswerte Kooperationsbereitschaft gestoßen. So habe sich die Gemeinde Niederheimbach, vertreten durch den Beigeordneten Norbert Engelmann, bereit erklärt, während der Sommermonate auf die nächtliche Beleuchtung der Kirche zu verzichten. Ansonsten hätte die dadurch künstlich verzögerte Abenddämmerung zur Folge gehabt, dass das Zeitfenster zur Nahrungsaufnahme der nachtaktiven Tiere erheblich eingeschränkt gewesen wäre.