Deutsch-polnische Wirtschaftstagung

“Partnerschaft ist noch enger zusammen gewachsen”

Landrat Schick, Dolmetscher Grudzien und Landrat Majka im Gespräch
Eine Partnerschaft, die durch Kopf und Herz geht:
Landrat Claus Schick, Dolmetscher Miroslaw Grudzien
und der Landrat des Kreises Nysa, Zbigniew Majka

Am Ende waren sich alle einig: Die deutsch-polnische Wirtschaftstagung war ein voller Erfolg. “Unsere Partnerschaft ist noch enger zusammengewachsen, zudem konnten einige konkrete Projekte auf den Weg gebracht werden”, so das Fazit der Landräte Zbigniew Majka (Nysa) und Claus Schick aus Mainz-Bingen. Drei Tage lang informierte sich die 26-köpfige polnische Delegation über Strukturen und Organisationen Institutionen, Betrieben und Einrichtungen. Vor allem die Arbeitsmarktreform war für die polnischen Gäste interessant, sehen sie sich doch mit ähnlichen Problemen konfrontiert, wie in Deutschland: ältere und schlechter Ausgebildete sind auch in Polen nur schwer in Arbeit zu vermitteln. Beeindruckt von personeller und technischer Ausstattung zeigten sich der Direktor des Arbeitsamtes Nysa, Kordian Kolbiarz von der Agentur für Arbeit, aber auch der Kommandant der Berufsfeuerwehr Nysa, Zdzislaw Wòjcik von der Feuerwehr am Flughafen Frankfurt, der Berufsfeuerwehr und der Rettungsleitstelle in Mainz.
Mit großer Freude nahm Landrat Majka das Angebot des Leiters des Müllheizkraftwerkes (MHKW) in Mainz, Dr. Bernard Fischer, entgegen, zu gegebener Zeit beratend beim Aufbau einer ähnlichen Anlage in Nysa zur Seite zu stehen. Auch in Polen muss nach neuen EU-Richtlinien ab 2010 der Großteil des Müll verbrannt und darf nicht mehr deponiert werden.
Ein zentrales Anliegen des Besuches der polnischen Delegation war es auch, das Thema Kultur als verbindendes Element der deutsch-polnischen Partnerschaft aufzugreifen. In einem Gespräch erörterten der Leiter der Abteilung der öffentlichen Bildung, der Kultur, des Sports und der Touristik, Kazimierz Darowski und die Kulturbeauftragte der Kreisverwaltung Mainz-Bingen gemeinsam mit Vertretern der Kunstvereine aus Nieder-Olm und Essenheim, wie künftig ein Kulturaustausch zwischen den beiden Partnerkreisen realisiert werden kann.
Auf dem Programm stand auch ein Informationsbesuch beim Obsthof Schwalbach in Mainz. Dort erklärte einer der drei polnischen Auszubildenden aus dem Landkreis Nysa, die vor drei Jahren auf Vermittlung des Landkreises Mainz-Bingen in einem Pilotprojekt eine Ausbildung zum Obstbauer in diesem und einem Ingelheimer Betrieb begannen und demnächst abschließen, Struktur und Arbeitsweise des Obsthofes. “Das ist ein konkretes Resultat unserer Partnerschaft. Damit haben diese Jugendlichen eine fundierte Grundlage, in ihrer Heimat etwas auf die Beine zu stellen”, so Landrat Majka.
“Die Jugend ist unsere Zukunft, dies gilt nicht nur für Mainz-Bingen, sondern auch für unsere Partnerkreis in Nysa und auch Verona”, so Schick. Im September wird eine Delegation der FH Bingen zur FH Nysa reisen, um den Austausch von Dozenten und Studenten vorzubereiten. Bei der FH Mainz werden in den Bereichen Denkmalpflege und möglicherweise Architektur Kooperationen geprüft. Die Johannes-Gutenberg-Universität Mainz wird einen Master-Studiengang “Deutsch als Fremdsprache” einführen, bei dem Absolventen der FH Nysa die Möglichkeit erhalten, ihr Studium in Mainz fortzusetzen. Über das Institut für Germanistik soll auch hier ein Austausch zwischen Studenten und Dozenten durchgeführt werden, die Ferienkurse für ausländische Studierende sollen ausgeweitet werden. Darüber hinaus hat die FH Nysa Praktika für Studenten der Fachrichtung “Deutsch als Fremdsprache” angeboten.
“Dass eine Partnerschaft nicht nur durch den Kopf, sondern auch durch das Herz geht, hat der Besuch der polnischen Freunde wieder deutlich gezeigt. Denn nur mit Kopf und Herz können wir weiter am europäischen Haus bauen”, so das Fazit von Landrat Claus Schick.

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