Jugendhilfeausschuss gibt Grünes Licht für “FamTische”
Modellprojekt zur Erziehungsberatung im Landkreis
In Fragen der Erziehung sind Eltern und Erziehende in hohem Maße gefordert. Oftmals aber sind sie auch überfordert und ratsuchend. Insbesondere Familien in schwierigen Lebenslagen sind dabei häufig belastet, gesellschaftlich isoliert und haben wenig Zugang zu familienunterstützenden Institutionen und Bildungseinrichtungen. Nach Willen des Ministeriums Arbeit, Soziales, Familie und Gesundheit sollen Gesprächsrunden für Eltern von Eltern zu ausgewählten Erziehungsthemen künftig helfen, die Erziehungskompetenz der Eltern zu fördern. Dieser neue niedrigschwellige Ansatz der Suchprävention im privaten Umfeld ist Inhalt des landesweiten Modellprojektes “Zu Gast bei der Familie – FamTische”, das in die landesweite Kampagne “VIVA FAMILIA eingebunden ist.In seiner jüngsten Sitzung hat der Jugendhilfeausschuss jetzt grünes Licht dafür gegeben, dass sich die Kreisverwaltung Mainz-Bingen an diesem landesweiten Modellprojekt beteiligt. Gleichzeitig hat das Gremium unter dem Vorsitz der zuständigen Kreisbeigeordneten Irene Alt den gemeinnützigen Verein “Netzwerk Starke Kinder e.V. mit Sitz in Nackenheim beauftragt, dieses Projekt für den Landkreis durchzuführen. Die Umsetzung erfolgt ab Juli dieses Jahres in Kooperation mit der Stadt Ingelheim und ist zunächst bis Juni 2006 befristet.
Elke Zinn-Spies und Susanne Matern vom Verein “Netzwerk Starke Kinder” erläuterten den Ausschussmitgliedern im Rahmen der Sitzung die Projektidee. Ähnlich wie bei Tupper-Partys, treffen sich treffen sich Eltern aus dem privaten Umfeld einer Gastgeberin unterstützt von einer ausgebildeten Moderatorin zu einer lockeren Gesprächrunde. Die Moderatorin führt mit einem Video ins Thema ein und leitet die nachfolgende Diskussion. Damit soll gleichzeitig ein Beitrag zur Primärprävention im Bereich der Sucht- und Gewaltprävention geleistet werden. “Der Dialog auf gleicher Augenhöhe soll den Teilnehmern in privater geselliger Atmosphäre ermöglichen, persönliche Fragen und Anliegen zu formulieren und sich darüber auszutauschen”, berichtete Zinn-Spies.
Im Landkreis Mainz-Bingen ist vorgesehen, dass in der ersten Phase des Projektverlaufes zehn bis 15 Moderatorinnen eingesetzt werden. “Jede Moderatorin soll im Laufe eines Jahres zehn “FamTische” moderieren. “Die Aufgabe der Kreisverwaltung umfasst dabei die Spezifizierung des Rahmenkonzeptes, die Anwerbung der Moderatorinnen, sowie deren Ausbildung und Betreuung während des Projektverlaufes”, erläuterte Irene Alt. Darüber hinaus würde das Projekt ausgewertet und auf Landesebene ein Erfahrungsaustausch herbeigeführt werden.
Die Stadt Ingelheim wird sich im Rahmen ihrer gewalt- und suchtpräventiven Arbeit an dem Projekt beteiligen. “Bei unseren vielfältigen Aktivitäten in diesem Bereich sind in erster Linie die Kinder und Jugendlichen selbst Zielgruppe der Arbeit, die Eltern als wichtige Partner aber oft nur schwer zu erreichen”, erläutert der Ingelheimer Bürgermeister Ralf Claus. Mit dem Konzept der FamTische will man deshalb auch in der Stadt Ingelheim die Elternarbeit verstärken. “Die FamTische bieten eine unkomplizierte Plattform, damit Eltern sich über Erziehungsfragen austauschen können”, so Bürgermeister Claus.