Kinder sehen die Welt aus ihrem Blickwinkel
Fachtagung zur Kinder- und Jugendbeteiligung
Kinder und Jugendliche sind Profis für ihre eigenen Belange. Sie sehen die Welt aus der Perspektive ihrer Gleichaltrigen und damit aus einem Blickwinkel, der den Erwachsenen verschlossen ist, der aber für Zukunftsplanungen in der gemeinsamen Lebenswelt von immenser Bedeutung ist. Vor diesem Hintergrund hatte die gemeinsame Arbeitsgruppe “Partizipation im Landkreis Mainz-Bingen” von Kreisjugendring und Kreisjugendamt eine zweite Fachtagung zur Kinder- und Jugendbeteiligung initiiert. Im Rahmen der Veranstaltung in der Kreisverwaltung in Ingelheim wurden die Ergebnisse der seit dem Jahr 2001 von der Arbeitsgruppe angestoßenen Projekte zur Partizipation von Kindern und Jugendlichen im Landkreis Mainz-Bingen vorgestellt und bei Vertretern von Kommunen dafür geworben, den Prozess der Beteiligung vor Ort anzuregen und aktiv zu unterstützen.“Unsere Aufgabe als Politiker und Fachleute in der Jugendarbeit ist es an dieser Stelle die jungen Menschen ernst zu nehmen, mit Ihnen gemeinsam der Phantasie freien Lauf zu lassen, Ideen zu entwickeln, Machbarkeiten zu diskutieren, nach Lösungsmöglichkeiten zu suchen, kurzfristige Realisierungen garantieren, danach auch weiterhin offen für Veränderungen zu sein und damit für die Nachhaltigkeit der Prozesse Sorge zu tragen”, erklärte die zuständige Kreisbeigeordnete Irene Alt in ihrem Grußwort.
Im ganzen Kreisgebiet werden Kinder und Jugendliche seit Jahren schon auf unterschiedlichste Weise in Entscheidungsprozesse eingebunden. Seit 2004 stellt der Landkreis hierzu jährlich 3.000,- Euro aus Haushaltsmitteln zur Unterstützung von Beteiligungsprojekten zur Verfügung, um möglichst viele Aktivitäten zu unterstützen. “Zusätzlich konnte der Kreisjugendring Mainz-Bingen seit 2001 Fördermittel in Höhe von über 15.000,- Euro zur Umsetzung von Beteiligungsprojekten einwerben” wie Volker Heuser als Vorsitzender des Kreisjugendringes Mainz-Bingen mitteilte.
Die Fachtagung zeigte auf, dass es keinen “Königsweg”, sondern viele kleinräumige individuelle Lösungen für Beteiligungsprojekte gibt. So beispielsweise parlamentarische Formen, wie etwa die Jugendvertretung der VG Nieder-Olm und das langjährige Beteiligungs-Modell-Projekt in der VG Bodenheim oder die aktuellen “Come-in-Contract”-Projekte in Zornheim und Nieder-Hilbersheim, bei denen die unmittelbare Beteiligung von Kindern und Jugendlichen im Mittelpunkt steht.
“Ziel unserer Arbeit ist es, die Realisierung der Beteiligungsprozesse im Landkreis zu unterstützen und Austausch und Vernetzung zu ermöglichen. Der rege Zuspruch bei der Fachtagung zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind”, zieht Stefan Keck für die Arbeitsgruppe “Partizipation im Landkreis” positive Bilanz.