Ambulante Pflege im Landkreis Mainz-Bingen
Neuer Zuschnitt bei Beratungs- und Koordinierungsstellen
Wer Rat und Hilfe zum Thema Pflege sucht, wird im Landkreis Mainz-Bingen an verschiedenen Standorten von Mitarbeitern der Beratungs- und Koordinierungsstellen (BeKos) der Ambulanten Hilfezentren bei den Sozialstationen trägerübergreifend über die Einrichtungen und Dienste der ambulanten und stationären Versorgung beraten. Zum 1. Januar 2006 trat in Rheinland-Pfalz das Landesgesetz zur Sicherstellung und Weiterentwicklung der pflegerischen Angebotsstruktur in Kraft. Im Zuge der gesetzlichen Bestimmungen erhalten unter anderem die BeKos im Landkreis Mainz-Bingen ab dem 1. Januar 2007 einen neuen Zuschnitt, der im Februar dieses Jahres von der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Trier für den Landkreis Mainz-Bingen genehmigt wurde. Für die Trägerschaft der neu zugeschnittenen BeKos konnten sich alle zugelassenen ambulanten Pflegedienste bis zum 27. April 2006 bewerben. Entwickelt wurde das Kooperationsmodell der BeKos im Landkreis Mainz-Bingen vor acht Jahren, um das Versorgungssystem für alte und pflegebedürftige Menschen sowie deren Angehörige im Landkreis zu verbessern. Ausgangspunkt zur Einrichtung der BeKos damals war 1998 die Einführung der Pflegeversicherung und des Landespflegehilfengesetzes in Rheinland-Pfalz . Die Trägerschaft für die BeKos im Landkreis verteilt sich ab dem 1. Januar 2007 wie folgt:| Beratungs- bereich | Region | Träger der BeKo |
| 1 | Stadt Bingen | Caritasverband Mainz - Sozialstation St. Rochus |
2 | VG Sprendlingen-Gensingen, VG Rhein-Nahe | Caritasverband Mainz - Sozialstation St. Rochus |
| 3 | Stadt Ingelheim | Trägerverbund (Evang. Sozialstation Ingelheim, PD Zweite Hilfe, PD Revital, PD H&Z, Altenheim Im Sohl) |
| 4 | VG Gau-Algesheim VG Heidesheim | Trägerverbund (Evang. Sozialstation Ingelheim, PD Zweite Hilfe, PD Revital, PD H&Z) |
| 5 | VG Nieder-Olm | Deutsches Rotes Kreuz - Sozialstation Nieder- Olm |
| 6 | VG Bodenheim Gemeinde Budenheim | Caritasverband Mainz - Sozialstation Bodenheim |
| 7 | VG Nierstein-Oppenheim VG Guntersblum | Evang. Sozialstation Nierstein-Oppenheim |
Die Entscheidung über die Trägerschaft fällte jetzt die Arbeitsgemeinschaft “Ambulante Dienste” im Landkreis Mainz- Bingen in ihrer ersten Sitzung mit einstimmigem Votum. Die AG “Ambulante Dienste” ist Bestandteil der Regionalen Pflegekonferenz nach dem neuen Landesgesetz, die zweimal im Jahr tagt. Den Vorsitz in der Pflegekonferenz und in den AGs führt die zuständige Zweite Kreisbeigeordnete Irene Alt. Mitglieder sind alle zugelassenen ambulanten Pflegedienste in freier und auch privater Trägerschaft mit dem Sitz im Landkreis. “Da das Gesetz bei der Abstimmung über die Trägerschaft eine Konsensregelung vorsieht, stellt das einstimmige Abstimmungsergebnis einen ersten großen Erfolg der AG ‚Ambulante Dienste’ dar”, erklärt Irene Alt.
Im Rahmen der ersten Sitzung war die Entscheidung über die Trägerschaft der BeKo-Stellen der einzige Tagesordnungspunkt. In der nächsten Sitzung will sich die AG “Dann soll unter anderem auch das wichtige Thema ‚Illegal ist unsozial’ vertieft werden”, teilt Irene Alt mit. Im vergangenen Jahr hatten die Kreisverwaltung, die Agentur für Arbeit in Mainz sowie die Träger der freien Wohlfahrtsverbände mit ihren ambulanten Hilfezentren und die privaten Pflegedienste unter dem Schlagwort “illegal ist unsozial” auf die immensen finanziellen und rechtlichen Konsequenzen von illegaler Betreuungstätigkeit vor allem von osteuropäischen Kräften für alle Beteiligten hingewiesen und Lösungsansätze vorgestellt, wie diese Tätigkeit mit nur geringen Mehrkosten in legale und damit “wasserdichte” Bahnen gelenkt werden kann.