Stiftung “Kultur im Landkreis” Mainz-Bingen
Kulturpreis 2006-Literatur an Johanna Stein aus Dexheim

Angelika Schulz-Parthu
vom Leinpfadverlag Ingelheim (mitte) das Buch
"Artischockenkinder - Literatur aus dem Landkreis Mainz-Bingen".
Für den Buchtitel Pate stand der Siegerbeitrag der frischgebackenen
Kulturpreisträgerin Johanna Stein aus Dexheim (rechts).
Johanna Stein aus Dexheim ist die Trägerin des Kulturpreises 2006 der Stiftung “Kultur im Landkreis” Mainz-Bingen. In diesem Jahr hat der Stiftungsbeirat den Wettbewerb nach 1997, 2000 und 2003 zum vierten Mal für literarische Beiträge ausgeschrieben. Der Vorsitzende der Stiftung, Landrat Claus Schick, überreichte den mit 2 500 Euro dotierten Preis in Verbindung mit Skulptur und Urkunde im Rahmen einer Feierstunde in der Kreisverwaltung. Anerkennende Worte und Lob gab es darüber hinaus für Bewerbungen der in Berlin wohnhaften Nieder-Olmerin Sarah Alina Grosz, des Nieder-Olmer Autors Peter Grosz sowie für die Ingelheimerin Barbara Jordans. Deren Beiträge wurden jeweils mit einer entsprechenden Urkunde gewürdigt. “Die Bewerberinnen und Bewerber haben sich dem Votum einer fachkundigen Jury gestellt und damit eine eigene Standortbestimmung im Vergleich mit anderen angestrebt”, erklärte Schick bei seiner Laudatio. Musikalisch gestaltet wurde die Feierstunde am Flügel von der Pianistin Barbara Schweikard-Sepehr aus Bingen.
Der Kulturpreis 2006 war mit der thematischen Vorgabe “Zuversicht” verbunden. Es galt für die Autorinnen und Autoren hierbei die positive Lebenseinstellung sowie das lebensbejahende Element in der menschlichen Gedankenwelt herauszufordern und zu formulieren. “Zuversicht sowie auch Hoffnung sind für die Menschen unverzichtbare Begleiter in eine Zukunft, von der wir nicht wissen, was sie uns bringen wird. Ohne sie wäre eine Weiterentwicklung unserer Gesellschaft zum Scheitern verurteilt”, sagte Schick. Insgesamt hatten sich 29 im Landkreis lebende oder dort geborene Literaten mit zusammen 47 Texten um den diesjährigen Kulturpreis der Stiftung beworben.
Mit der Ernennung der Dexheimerin Johanna Stein folgte der Stiftungsbeirat dem Vorschlag der fachkundigen fünfköpfigen Jury. Deren Sprecher Walter Eichmann, Deutschlehrer und Moderator des “Binger Literaturschiffs” wurde unterstützt von Monika Katharina Böss, Kulturpreisträgerin der Wettbewerbe im Jahr 2000 und 2003, der pensionierten Ingelheimer Pädagogin Hannelore Hilger, der Diplom-Bibliothekarin und Leiterin der Binger Stadtbibliothek, Gudrun Zoll sowie dem Ingelheimer Bodo Franzmann von der Stiftung “Lesen” in Mainz.
Im Anschluss an die Verleihungszeremonie gab die frischgebackene Kulturpreisträgerin eine Kostprobe ihres Siegerbeitrages. Die Lesung von Johanna Stein war quasi die Generalprobe für den Auftritt beim “8. Binger Literaturschiff” am 9. Juni 2006, bei dem sie das Publikum mit ihren Wettbewerbsbeitrag überraschen wird. Ihr Siegertext “Artischockenkinder” steht gleichzeitig Pate für die gemeinsam mit dem Leinpfad-Verlag Ingelheim in einem Buch herausgegebene Anthologie mit den Siegertexten und besonders gewürdigten Wettbewerbsbeiträgen der bisherigen Kulturpreise im Bereich Literatur. Das Buch wurde im Rahmen der Kulturpreisverleihung von der Ingelheimer Verlegerin Angelika Schulz-Parthu offiziell präsentiert. Als Zeichen der Anerkennung überreichte Landrat Schick anschließend den am Wettbewerb beteiligten Autorinnen und Autoren sowie der Jury persönlich je ein Exemplar des Buches “Artischockenkinder – Literatur aus dem Landkreis Mainz-Bingen”.
Biographische Angaben zur Preisträgerin Johanna Stein aus Dexheim:
Geboren 1946 in Leipzig. Kam 1951 als Flüchtlingskind nach Bielefeld. Nach dem Abitur Studium an der Pädagogischen Hochschule. Arbeitet seit 1971 an Förderschulen für lernschwache Schüler. 1974 Umzug nach Oppenheim und Studium der Sonderpädagogik an der EWH in Mainz. Johanna Stein ist verheiratet und hat zwei Söhne. Fand neben Familie und Beruf Zeit zu intensiver Beschäftigung mit Literatur durch Lesen und Schreiben. Johanna Stein war 1997/98 hauptverantwortliche Redakteurin für die Herausgabe des Festbuches zum 150-jährigen Jubiläum des TUS Dexheim 1848. Danach verstärkte Johanna Stein ihr Engagement als Autorin. Ihre Erzählung “Veronikas Pilgerfahrt” erschien in dem Kurzgeschichtenband “Kunstpreis 2002” der Lotto-Gesellschaft Rheinland-Pfalz. Das Erscheinen Ihrer Autobiographie “Würfelzucker und Wildschweinbraten” wird voraussichtlich in nächster Zeit erfolgen.