Mainz-Bingen landesweit Vorreiter beim Krippenausbau

Im September öffnen im Kreis zehn Gruppen für unter Dreijährige ihre Türen

Im September dieses Jahres öffnen im Landkreis Mainz-Bingen zehn Krippengruppen ihre Türen für Kinder unter drei Jahren. Darüber hinaus ist es gelungen mit den Firmen Boehringer Ingelheim und Schott Mainz weitere betriebliche Krippengruppen einzurichten. “Mit diesem Angebot setzt die Verwaltung einen Beschluss des Kreistages vom Januar 2006 um. Damit nehmen wir landesweit beim Krippenausbau eine Vorreiterrolle ein”, teilt die zuständige Zweite Kreisbeigeordnete Irene Alt mit. Die genannten zehn neuen Gruppen für unter Dreijährige öffnen in Bingen-Kempten, Guntersblum, Ingelheim, Klein-Winternheim, Nieder-Olm Sprendlingen, Oppenheim, Stadecken-Elsheim, Waldalgesheim und Harxheim. Einzig bei der Gemeinde Harxheim steht noch ein Fragezeichen was den Start der Krippengruppe betrifft. Der Gemeinderat hatte in seiner jüngsten Sitzung keinen Beschluss herbeigeführt und um Fristverlängerung gebeten. Obwohl auch andere Gemeinden für die geplante zehnte Mainz-Binger Krippengruppe bereit stünden, kommt der Kreis dem Wunsch der Gemeinde Harxheim nach und gewährt für deren Entscheidungsfindung eine Frist bis zum 22. September 2006.

“Diese Entscheidung haben wir im Interesse der Kinder und Eltern getroffen”, betont Irene Alt. “Es ist nämlich nicht nachvollziehbar, dass Harxheim mit seinem ‚Krippen-Sommertheater’ und der selbst inszenierten Verzögerungstaktik den vorbildlichen Ausbau der Krippen-Landschaft ins falsche Licht rücken will”, äußert sich die Kreisbeigeordnete ungehalten über die Diskussion der vergangenen Wochen um die Krippensituation in Harxheim. “Fakt ist vielmehr, dass die finanzielle Ausgangslage, wonach sich der Landkreis mit Personalkosten, nicht aber mit Investitionskosten an den Krippengruppen beteiligt bereits klar war, als der Kreis der Gemeinde Harxheim die Einrichtung einer Krippengruppe angeboten hat”, stellt Irene Alt klar. “Dieser Punkt war Grundvoraussetzung für die Verhandlungen mit allen beteiligten Gemeinden”. Irene Alt bedauert es sehr, dass diese Tatsachen dem Harxheimer Rat bisher scheinbar nicht bekannt waren.

Der Kreis beteiligt sich im übrigen jährlich mit rund 240 000 Euro an den durch die Einrichtungen der Krippengruppen notwendigen zusätzlichen Personalkosten. Dies entspricht jeweils einem Anteil von 32,5 Prozent gegenüber dem Anteil für die Träger der Einrichtungen von fünf Prozent. “Wir haben die Voraussetzungen für die Einrichtung von zusätzlichen Krippengruppen in Harxheim geschaffen und das nötige Geld bereit gestellt. Nun wäre es schade für die betroffenen Kinder und Eltern, wenn die Einrichtung der Krippengruppe am Veto der Ortsgemeinde Harxheim scheitern würde und dann in einer anderen Ortsgemeinde eröffnet wird”, so Alt abschließend.

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