Angebote des VAMV-Servicezentrums im Landkreis Mainz-Bingen
Positive Beratungsbilanz der vergangenen zwölf Monate
Seit Juli vergangenen Jahres hat der Landesverband Alleinerziehender Mütter und Väter (VAMV) Rheinland-Pfalz seine Angebote in einem Servicezentrum gebündelt und in diesem Zusammenhang sein Beratungsangebot im Landkreis Mainz-Bingen ausgeweitet. “Die Bilanz der vergangenen zwölf Monate zeigt, dass die Kooperationsvereinbarung zwischen dem Landkreis Mainz-Bingen und dem VAMV der Weg in die richtige Richtung ist”, berichtet Irene Alt, Kreisbeigeordnete für Jugend und Soziales. In diesem Zeitraum wurden im VAMV-Servicezentrum Mainz und seinen Außenstellen im Landkreis insgesamt 151 Menschen beraten. Knapp die Hälfte der Beratenen kam aus dem Landkreis Mainz-Bingen. Neben ausführlichen Beratungsgesprächen wurden mehr als 500 Anfragen zu den Themen “Trennung/Scheidung” und “allein erziehend” beantwortet.“Bei den Rat Suchenden handelte es sich in den meisten Fällen es sich um Alleinerziehende zwischen 31 und 40 Jahren, die getrennt lebend, ledig oder geschieden sind. Fast alle hatten ein bis zwei Kinder; etwa 60 Prozent das gemeinsame Sorge- und das Aufenthaltsbestimmungsrecht”, erklärt Sonja Orantek, Vorsitzende des VAMV-Landesverbandes. “Mehr als die Hälfte der Ratsuchenden war beruflich angestellt und bekam Kindesunterhalt. Die Klientinnen und Klienten beschäftigte vor allem ihre Beziehung zu den Kindern; daneben waren aber auch allgemeine Lebensfragen wie beispielsweise der Erhalt von Wohnung oder Arbeitsstelle sowie die emotionale und wirtschaftliche Existenz der Familie sehr wichtig”. Verstärkt nachgefragt würden inzwischen auch die Verfahren der Mediation, der einvernehmlichen Sorgevereinbarung und des betreuten Umgangs.
Die VAMV-Beraterinnen hätten in den Gesprächen festgestellt, dass die Klientinnen und Klienten stark an ihren konflikthaften Beziehungen mit dem Partner sowie an einer angemessenen Gestaltung des kindlichen Umgangs arbeiteten. “Im vergangenen Jahr zeigten sich bei den Ratsuchenden erstmals verstärkt allgemeine Gefühle von Werteverlust, Sinnlosigkeit und Erschöpfung”, berichtet Ursula Gambla, Diplom-Psychologin und Beraterin im VAMV-Landesverband Rheinland-Pfalz. “Auch die Verarbeitung der Trennung oder Scheidung sowie Fragen zum Umgang mit Ämtern und Institutionen waren wichtige Aspekte in der Beratung”. Gamblas Ansicht nach zeige die Bilanz, dass die VAMV-Beratungen ein sehr niedrigschwelliges Angebot seien, welches sich vornehmlich durch Mundpropaganda und frühere Inanspruchnahme weiter empfiehle.