Welt-Aids-Tag

“Viele wissen wenig über Krankheit”

Auch wenn in den vergangenen Jahren mit großem Aufwand über die tödliche Immunschwächekrankheit Aids informiert wurde, die Zahl der Neuinfektionen steigt. Im Landkreis Mainz-Bingen und der Stadt jedoch sinkt sie entgegen dem bundesweiten Trend. “Erschreckend ist jedoch, dass sich vor allem 30 bis 40-jährige neu anstecken. Gerade diese Jährgänge sind aber mit der Krankheit groß geworden und müssten wissen, wie man sich vor HIV schützen kann”, sagt Heinz Kolling, Aids-Berater beim Gesundheitsamt der Kreisverwaltung Mainz-Bingen und damit zuständig für den Landkreis und auch die Stadt Mainz. Anlässlich des Welt-Aids-Tages am 1. Dezember erinnert er daran: “Aids ist eine Krankheit, die unweigerlich zum Tode führt. Es gibt keine Behandlungsmöglichkeiten, wir können heute lediglich die Krankheit verzögern und die Symptome mildern.” 120 HIV-Infizierte sind im Kreis und Mainz bekannt, fünf Menschen steckten sich 2006 mit der Krankheit an, im Jahr davor zählte er sieben, 2004 neun Infizierte.

Kolling ist der einzige bei einem Kreis angestellte Aids-Berater in Rheinland-Pfalz, installiert wurde die Stelle bereits 1985. Zu Kollings Aufgaben gehören Beratungen, die Betreuung von Erkrankten und Prävention. Im Rahmen seiner Aufklärungsarbeit bietet Kolling beispielsweise auch Informationsveranstaltungen und –Gespräche in Schulen an, hält Broschüren vor und organisiert die jährlich stattfindende Aids-Gala “Bunt wie das Leben”.  Daneben werden im Gesundheitsamt vertraulich Aids-Tests durchgeführt. Rund 2 000 sind das jährlich. “Viele wissen trotz aller Aufklärung und Kampagnen nicht viel über Aids”, muss er bei seiner Arbeit immer wieder feststellen.

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