Kreisvolkshochschule

Verständigung ist das größte Anliegen

Die Gruppe beim Sprachunterricht

Im evangelischen Gemeindehaus in Budenheim trifft sich seit September 2006 eine Gruppe junger Türken, um gemeinsam die deutsche Sprache zu lernen. Auf Initiative der Kreisvolkshochschule Mainz-Bingen (KVHS) und der Evangelischen Kirchengemeinde Budenheim treffen sich acht Frauen und ein Mann zweimal in der Woche zu einem Sprachkurs, der von der Deutschlehrerin Barbara Junglas gehalten wird. Während ihre Kinder im Kindergarten oder in der Schule sind, büffeln die Eltern vier Stunden am Vormittag Vokabeln und Grammatik.


In Budenheim leben zahlreiche türkische Familien, doch Kontakte zwischen den türkischen und deutschen Erwachsenen sind immer noch sehr selten. Diese Isolation ist aber nur in den seltensten Fällen gewollt. Das Hauptproblem ist die Sprachbarriere.  Während ihre Kinder gemeinsam den Kindergarten und die Schule besuchen, dabei voneinander lernen und Freundschaften schließen, bleiben vor allem die Frauen meist außen vor. “Doch sie möchten sich endlich in ihrer neuen Heimat verständigen können. Sie glauben, dass sie von vielen Deutschen bisher häufig für ‚ziemlich dumm’ gehalten werden, weil sie so gebrochen und falsch deutsch reden”, weiß Monika Nickels, Leiterin der KVHS. Seit September 2006 haben acht Frauen und ein Mann beschlossen, etwas dagegen zu unternehmen.


Pfarrerin Thonipara erklärt: “Auch wir als Kirchengemeinde haben ein großes Interesse daran, dass ausländische Mitbürger/innen die Gelegenheit haben, fundiert deutsch zu lernen.” Sie würdigte auch das Engagement der Kreisvolkshochschule und ermutigte die Kursteilnehmer in ihrem Bestreben Deutsch zu lernen fort zu fahren; besonders für die Frauen sei dies ein entscheidender Schritt, der sicher auch ihr Alltagsleben verändern werde.


Nach den ersten 100 Stunden mit der Deutschlehrerin Barbara Junglas gibt es bei den Teilnehmerinnen erfreuliche Fortschritte. Sie können sich und ihre Kinder in ganzen Sätzen vorstellen und von Sehenswürdigkeiten ihrer Heimatgemeinde berichten. Bis sie sich so unterhalten können, wie es ihrem Denkniveau entspricht, ist es zwar noch ein steiniger Weg. Doch in einem Folgekurs, der am 22. Januar beginnt, wollen alle weiter lernen.


Für die Kreisvolkshochschule und die Evangelische Kirchengemeinde ist der Sprachkurs ein weiterer Schritt hin zu einem partnerschaftlichen Dialog mit den muslimischen Mitbürgern in Budenheim. Monika  Nickels verspricht: “Wir werden den Kurs fortführen und planen, während der Kursstunden eine Kinderbetreuung einzurichten.”

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