55 Jahre Partnerschaft Mainz-Bingen und Verona

Freunde treffen Freunde

Landrat Schick mit seinen beiden Amtskollegen

Seit 55 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen dem Landkreis Mainz-Bingen und der italienischen Provinz Verona. Sie ist damit die älteste kommunale Partnerschaft Europas. Zur akademischen Feierstunde in der Kreisverwaltung, quasi die Geburtstagsfeier, war eine 40-köpfige Delegation der Provinzverwaltung und der Partnerkommunen aus Italien zu Gast in Ingelheim, dazu Bürgerinnen und Bürger der deutschen Partnergemeinden. Und auch der jüngste Sproß der Mainz-Binger Partnerschaftsfamilie, der polnische Kreis Nysa, war durch eine Abordnung mit dem neugewählten Landrat Adam Fujarczuk an der Spitze vertreten.

An die Ursprünge der Partnerschaft, die Begrünung durch den Veroneser Professor Giovanni Dean und den Landrat des damaligen Kreises Bingen, Anton Trapp, erinnerte Landrat Claus Schick in seiner Rede: “Sie fanden einen neuen Anfang und brachten etwas auf den Weg, was bis heute andauert: den regelmäßigen Austausch über die Grenzen hinweg.” Die damals handelnden Personen hätten, so Schick, einen ersten gemeinsamen Schritt gemacht. “Einen von vielen, die noch folgen sollten und die noch folgen werden.” Heute müsse man sich fragen, ob die Partnerschaft noch die gleiche sei, wie zu Gründungszeiten. Und die Antwort darauf könne nur lauten: Nein. Denn diese Partnerschaft sei weniger offiziellen und den Regeln des Protokolls unterworfen, als vielmehr auf dem vielfältigen und überaus engagierten Wirken zahlreiche Gemeinden, Vereinen, Gruppen und nicht zuletzt auch Privatpersonen gegründet. “Unsere Partnerschaft ist ein organisches Gebilde, dass sich ständig erneuert, fortentwickelt und immer wieder neu erfindet. Es gibt keinen Stillstand, kein Verharren. Die Partnerschaft lebt von dem immensen Einsatz, den die Bürgerinnen und Bürger leisten, von Freundschaften, die entstanden sind, getragen von der Freude und der Begeisterung der Menschen in Verona und Mainz-Bingen.” Schick dankte damit all jenen, die sich in Mainz-Bingen und Verona in den vergangenen 55 Jahren für die Partnerschaft eingesetzt haben.


Dass sich die anfängliche Neugier und Euphorie der Gründung vor 55 Jahren schnell in eine Partnerschaft gewandelt habe, in der Gemeinsamkeiten, Freundschaft, Ideenaustausch und die Aufwertung der jeweiligen Kultur und Tradition im Vordergrund stehen, stellte der Vizepräsident der Provinz Verona, Antonio Pastorello, fest. Er betonte zugleich die Bedeutung der Partnerschaft für ein vereintes Europa: “Unsere Partnerschaft steht für eine tiefe und wirklich bewundernswerte Freundschaft. Sie ist ein sichtbares Zeichen für die Gemeinsamkeiten und die Verbrüderung zwischen dem italienischen und dem deutschen Volk, das uns voller Zufriedenheit auf die Zukunft der europäischen Union schauen lässt.” Pastorello unterstrich, wie auch Landrat Schick, den Stellenwert der Partnerschaft für die Jugend: “Unsere Austauschprogramme werden zunehmend an Aktualität und Bedeutung gewinnen als ein wesentlicher Baustein im Erziehungsprozess der kommenden Generationen. Reisen sowie die Beschäftigung mit anderen Kulturen, Sitten und Brauchtümern erweitern den Horizont eines jeden Menschen.”


Die deutsch-italienische Freundschaft, die nun seit 55 Jahren andauere, habe viele politische und soziale Veränderungen in Europa und der Welt überdauert und sei Zeugnis der Geburt einer neuen Generation, so der polnische Landrat Adam Fujarczuk. Es sei eine große Ehre, diesen wichtigen Erfolg mitfeiern zu können. Er erinnerte an die fünfjährige Partnerschaft seines Landkreises mit Mainz-Bingen und an die ersten Schritte zur Knüpfung neuer Bande mit Verona, dem gemeinsamen Jugendaustausch deutscher, italienischer und polnischer Jugendliche.


Umrahmt wurde die akademische Feierstunde von der Mezzosopranistin Claudia Beck, die die Gäste unter anderem mit Arien von Giuseppe Verdi und Giacomo Puccini sowie vom Oppenheimer Saxophonquartett, das neben dem Schlusschor von Beethovens 9. Symphonie – die europäische Hymne – auch die drei Nationalhymnen spielte.

Ansprechpartner:

Pressestelle

Tel.: 0 61 32 / 787-10 12

E-Mail an die Pressestelle