Trinationaler Jugendaustausch
Gemeinsame Wurzeln gefunden

Auf die “Suche nach Spuren gemeinsamer Geschichte” gingen 31 Jungen und Mädchen aus Mainz-Bingen, Verona und Nysa anlässlich der diesjährigen trinationalen Jugendbegegnung. Acht Tage verbrachten die Jugendlichen im polnischen Jarnotòlwak an der Grenze zu Tschechien, erlebten Geschichte hautnah und lebten internationale Gemeinschaft. Der thematische Schwerpunkt der Begegnung spiegelte sich auch im Programm wider: bei der Besichtigung der Festung Nysa, die nach der italienischen Schule gebaut wurde, bei der Fahrt zum Goldbergwerk in Zloty Stok, das von den Fuggern genutzt worden war und in dem zahlreiche Menschen, darunter auch deutsche und italienische Bergmänner, bei der gefährlichen Arbeit den Tod fanden oder bei der Begegnung mit dem Neisser Ritterverein “Bractwo Rycerskie – Ksiestwo Nyskie”, die die Jugendlichen zum ritterlichen Fest mit mittelalterlichen Spielen und Tänzen einluden.
Besonders in Erinnerung bleiben wird den Teilnehmern sicherlich auch die Besichtigung des Kriegsgefangenenlagers in Lambinowice-Opole, das von 1870 an über drei Kriege als Gefangenen- und Arbeitslager diente. “Dort sind Gräber zu sehen, in denen Menschen aus allen Nationen Europas begraben sind”, erinnert sich Betreuerin Gaby Weirich. “Nationen sind durch Staatsgrenzen getrennt. Dennoch haben ihre Menschen gemeinsame Wurzeln, Erlebnisse, zahlreiche kulturelle Gemeinsamkeiten und Berührungspunkte, aber auch, wie gerade an diesem Ort deutlich wird, gleichermaßen unerträgliches Leid erfahren müssen”, fasst Weirich das Ergebnis der Diskussionsrunden und Gespräche der Jugendlichen zusammen. Unterstützt wurde dieser Eindruck durch den Kontakt mit einer ukrainischen Schülergruppe, die zum gleichen Zeitpunkt im Kreis Nysa zu Gast war und sich der Gruppe anschloss. Natürlich wurde aber nicht nur diskutiert, sondern unter anderem im Neisser See gebadet und am nächtlichen Lagerfeuer durchgefeiert. Ein besonderer Event war das Grillfest auf Einladung des Neisser Landrats Adam Fujarczuk mit der Vergabe von Erinnerungsurkunden durch das Vorstandsmitglied des Neisser Kreisrates, Daniel Palimaka. Betreut wurde die Gruppe von den Lehrerinnen Gaby Weirich aus Ingelheim und Anna Kapka aus Verona sowie Izabela Kicak aus Nysa, der Koordinatorin der Begegnung. Finanziell unterstützt wurde die Fahrt vom deutsch-polnischen Jugendwerk.