KVHS: Kurs zum Berufswiedereinstieg für Migrantinnen

Zertifikate überreicht - Hohe Vermittlungsquote

Die Wiedereinsteigerinnen bei der Zertifikatübergabe
Von links nach rechts: Lilija Habermann,  Galina Bosler,
Gleichstellungsbeauftragte Karin Diehl, Irina Müller vom Internationalen Bund,
Irina Ermambetov, Dozentin Cathrin Göttelmann, Svetlana Arsutina,
Dozentin Eva Flath, Anzhela Dyadyeva, Natalja Iphöfer,
Dozentin Barbara Junglas, Landrat Claus Schick


Deutschland hat sich in den vergangenen 50 Jahren zu einem Einwanderungsland entwickelt. Auch im Landkreis Mainz-Bingen leben Migranten, die hier fern der Heimat ein neues Leben aufbauen wollen. Die Hürden auf dem Arbeitsmarkt sind dabei trotz guter Ausbildung insbesondere für Frauen mit Migrationshintergrund groß. Für diese Zielgruppe hat die Kreisvolkshochschule Mainz-Bingen (KVHS) in diesem Jahr erstmals den “Wiedereinstiegskurs für Migrantinnen” angeboten. Bei der Übergabe der Zertifikate zum Abschluss dieses Kurses vernahm der Vorsitzende der KVHS, Landrat Claus Schick, die positive Botschaft, dass nach Abschluss des Seminars bereits fünf der sechs Teilnehmerinnen in ein Arbeitsverhältnis übernommen wurden.


“Das ist eine tolle Bilanz und zeigt, dass die KVHS in Sachen Integration viel leisten kann”, freute sich Schick. Zielgruppe dieses neuen Integrationsprojekts sind Frauen, die ein abgeschlossenes Studium oder eine abgeschlossene Berufsausbildung haben und gleichzeitig über ein Sprachzertifikat verfügen. “Die Erfahrung aus den diversen Integrationskursen der KVHS hat gezeigt, dass die Migrantinnen zwar über eine gute Ausbildung verfügten, aber dennoch auf dem Arbeitsmarkt keine Chance hatten”, erklärt Karin Diehl, die das Projekt als Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises unterstützte. Die Gründe lägen laut Diehl darin, dass die Berufsabschlüsse die die Frauen in ihren Heimatländern erworben hätten, hierzulande nicht anerkannt würden. Zum Teil verfügten die Frauen aber auch über Ausbildungen oder Studienabschlüsse, für die es auf dem hiesigen Arbeitsmarkt keinen Bedarf gebe. Bislang hatten die Frauen kaum Möglichkeiten, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen und mussten sich bestenfalls mit Gelegenheitsjobs zufrieden geben.


Entwickelt hat das Konzept für das Wiedereinstiegsseminar Dozentin Cathrin Göttelmann. Dafür erntete sie bei der Verleihungszeremonie Lob von Landrat Schick und den Absolventinnen des ersten Kurses. Die Kursleiterin hat die Teilnehmerinnen neben der theoretischen Schulung auch beratend begleitet. Fachlich unterstützt wurde sie beim sprachlichen Seminarteil von Barbara Junglas als Dozentin für Deutsch als Fremdsprache sowie von Eva Flath, die den Kursteilnehmerinnen Computerkenntnisse vermittelte. Die drei Dozentinnen werden auch über das Projekt hinaus als Ansprechpartnerinnen zur Verfügung stehen.


Nach dem erfolgreichen Abschluss des Kurses “Wiedereinstieg in den Beruf für Migrantinnen” soll aus dem Pilotprojekt eine feste Einrichtung in der KVHS werden. “Wir werden die gewonnenen Erfahrungen aus dem ersten Seminar auswerten und für die Weiterentwicklung des Konzepts nutzen”, kündigte der Landrat an. Bewährt habe sich eine relativ kleine Kursgröße mit maximal acht Teilnehmerinnen. Dadurch sei die Arbeit in dem Seminar um vieles individueller und intensiver als in anderen Kursen. Ein wichtiger Aspekt sei aber auch die Stärkung des Selbstbewusstseins, denn viele der Frauen, die trotz qualifizierter Ausbildung bei der Jobsuche immer wieder gescheitert seien, brauchten neuen Mut und Motivation. “Die Teilnahme am Kurs hat uns viel Mut gegeben”, bestätigten dann am Ende auch alle Kursteilnehmerinnen einhellig.

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