55-jähriges Bestehen der Partnerschaft zwischen Mainz-Bingen und Verona

Gereift wie guter Wein

Die Eröffnung der önogastronomischen Ausstellung
Bei der Eröffnung önogastronomische Ausstellung
v.l.n.r.: Landrat Claus Schick, Czeslaw Bilobran (stellvertretender Landrat Nysa),
Anna Kapka (Präsidentin des Partnerschaftskomitees Provinz Verona),
Maurizio Carletto (Vorsitzender des Partnerschaftsausschusses der Gemeinde Isola della Scala),
Prof. Antonio Pastorello (Vizepräsident der Provinz Verona)
und Theo Hattemer ("Urgestein" der Partnerschaft)




Das Anschneiden der Partnerschaftstorte
Anschneiden der Partnerschaftstorte
v.l.n.r.: Prof. Antonio Pastorello (Vizepräsident der Provinz Verona),
Landrat Claus Schick, Prof. Elio Mosele (Präsident Provinz Verona),
Czeslaw Bilobran (stellvertretender Landrat Nysa),  
Loris Danielli (Geschäftsführer der Tourismusgesellschaft der Provinz Verona)



So wie ein guter Wein mit dem Alter reifer und besser wird, so entwickelt sich auch die Partnerschaft zwischen dem Landkreis Mainz-Bingen und der italienischen Provinz Verona immer weiter, wird mit zunehmendem alter herzlicher und intensiver. Am Wochenende reiste eine Mainz-Binger Delegation, bestehend aus Mitgliedern des Kreistages und Abordnungen der Gemeinden im Landkreis, die eine Partnerschaft mit Kommunen aus Verona unterhalten nach Verona. Anlass war die Begründung der Partnerschaft vor 55 Jahren. Sie ist die älteste kommunale Partnerschaft in Europa. Erstmals in Italien vertreten: Eine Delegation des Mainz-Binger Partnerkreises Nysa in Polen. Integriert in das Wochenende war auch das jährlich stattfindende Partnerschaftstreffen der Kommunen aus Mainz-Bingen und Verona. In diesem Jahr in Isola della Scala, wo die Delegation gleichzeitig die önogastronomische Ausstellung der Partnerschaftsgemeinden eröffnete.


Empfangen wurden die Delegationen aus Mainz-Bingen und Nysa mit offenen Armen und einer unvergleichlichen Herzlichkeit. Das Gefühl einer tiefen Freundschaft zog sich wie ein rotes Band durch die Tage und spannte sich von der Stadt Verona bis in die umliegenden Partnergemeinden, die die Delegation besuchte. Und sie wurde nicht zuletzt auch bei der offiziellen Begrüßung durch die Provinzverwaltung im imposanten Palazzi Scaligieri deutlich. Dort erinnerte der Präsident der Provinz, Professor Elio Mosele an die Anfänge der nunmehr 55 Jahre währenden Freundschaft: “Die Gespräche zur Begründung der Partnerschaft fanden am Jahrestag der Befreiung, sieben Jahre nach Beendigung des Zweiten Weltkrieges statt. Die militärischen Auseinandersetzungen waren beendet, aber die Erinnerungen noch lebendig, die furchtbaren Leiden noch nicht verarbeitet und die Gefühle des Grolls noch nicht überwunden. Deshalb ist diese Partnerschaft die damals besiegelt wurde ein Symbol und ein sichtbares Zeichen für das Bestreben, Hindernisse zwischen den Völkern zu überwinden und stattdessen die gegenseitige Verständigung zu suchen.” Antonio Pastorello, Vizepräsident der Provinz bezeichnete die Partnerschaft als verbindendes Element, die helfe “die einzelnen ‚Bausteine’ unserer freundschaftlichen Beziehung und unserer unterschiedlichen Kulturen zusammen zu fügen und –zusammen zu halten.” Heute zeige sich, dass die Werte und Vorstellungen, die zur Gründung der Verbindung führten nicht vernachlässigt oder vergessen worden seien, sondern dass sie die Grundlage bilden, auf weiter aufgebaut werde – in einer Partnerschaft, in der jedes Mitglied zur persönlichen, kulturellen und bildungstechnischen Bereicherung beitrage.


Landrat Schick rückte vor allem die 14 kommunalen Partnerschaften als Basis der Verbindung in den Blickpunkt.  “Was uns verbindet, was die Kommunen verbindet, ist eine gemeinsame Idee, die wir leben. Eine tiefgehende freundschaftliche Verbindung, die mit Worten und Taten Entfernungen überbrückt, sprachliche Mauern einreißt und kulturelle Barrieren überwindet. Sie alle leisten so einen Beitrag zum Frieden der Menschen in Europa und für Schwächere, die auf unseren Hilfe und damit unseren Frieden angewiesen sind.” Schick zeichnete die veronesischen Bürgermeister stellvertretend für die Menschen, die sich in den Kommunen in Vereinen, Freundschaftskreisen und Initiativen für die Partnerschaften engagieren mit der Karlsbrunnenmedaille in Silber aus. Arnaldo Semprebon, “Kopf und Herz der Partnerschaft zwischen Oppenheim und Sant’Ambrogio” würdigte Schick für sein jahrzehntelanges Engagement besonders.


“Es ist mir eine Ehre und eine Freude, heute hier zu sein”, so Czeslaw Bilobran, Vizelandrat des polnischen Kreises Nysa. Er gratulierte Verona und Mainz-Bingen zu diesem besonderen Jubiläum und gab seiner Hoffnung auf eine trilaterale Partnerschaft Ausdruck. Der erste Schritt mit einem jährlich stattfindenden Austausch von Jugendlichen aller drei Nationen sei gemacht. Er hoffe auf die ebenso große und tiefgehende Freundschaft und die Möglichkeit der Zusammenarbeit mit der Provinz Verona, wie dies mit dem Kreis Mainz-Bingen der Fall sei. “Diese Begegnung eröffnet uns den Weg zu den gemeinsamen Bestrebungen, an die Zusammenarbeit anzuknüpfen.”


Das Jubiläum der Partnerschaft war mit diesem Wunsch nicht nur eine Bestandsaufnahme des Erreichten, sondern gab zugleich auch einen Ausblick in die Zukunft. Außerdem wurden eine Ausstellung italienischer Künstler in Mainz-Bingen und umgekehrt Mainz-Binger Künstler in Verona vereinbart. Zudem gibt es Wünsche auf der italienischen Seite nach weiteren kommunalen Partnerschaften im Kreis Mainz-Bingen. “Aus diesem Wunsch werden sich weitere Freundschaften ergeben”, hofft Schick auf eine Ausweitung der engen Beziehungen und bilanziert: “Unsere Partnerschaft steht felsenfest und trotz wechselnder Besetzungen in der Verwaltung vor allem der Provinz. Das ist ein untrügliches Zeichen, dass das Band der Freundschaft ein festes Fundament hat und verankert ist in den Herzen der Menschen. Mit unserem Treffen wurde diese Freundschaft noch mehr vertieft.”

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