Nicht auf Sand gebaut

Satzung für die Stiftung “Biotopsystem Sandgebiete zwischen Mainz und Bingen” als stabiles Fundament für künftige Zusammenarbeit unterzeichnet

Blütenreicher Sandrasen auf Flugsanddüne - Quelle: SGD Süd

Neustadt/Ingelheim/Trier -  In der Kreisverwaltung Mainz-Bingen in Ingelheim wurde heute die Satzung für die Stiftung “Biotopsystem Sandgebiete zwischen Mainz und Bingen” von Dr. Hans-Jürgen Seimetz, Präsident der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Süd, und Claus Schick, Landrat des Landkreises Mainz-Bingen, unterzeichnet. Als rechtsfähige öffentliche Stiftung des Bürgerlichen Rechts hat die Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) als Stiftungsbehörde für Rheinland-Pfalz die Stiftung anerkannt. Im Rahmen einer Feierstunde überreichte ADD-Präsident Dr. Josef Peter Mertes den beiden Stiftern die Anerkennungsurkunde.


Bei den Sandgebieten zwischen Mainz und Bingen handelt es sich um ein in Mitteleuropa einzigartiges Biotopsystem. Dieses beheimatet neben einem einmaligen Lebensraum für sehr seltene Pflanzen- und Tierarten auch Dünen, offene Sandflächen, Streuobstwiesen sowie Sand- und Kieferheiden. Die Kalkflugsande entstanden während der letzten Eiszeit vor circa 10 000 Jahren. Aufgrund der geringen Niederschläge in der Region blieb der Kalkgehalt in den Sanden recht hoch mit der Folge, dass sich bestimmte Tier- und Pflanzenarten ansiedelten, die mit dem trocken-warmen Klima, den Sandböden und auch dem hohen Kalkgehalt optimale Voraussetzungen fanden. Eine Besonderheit sind dabei die Kalkflugsanddünen wie sie auf dem ersten Foto zu erkennen sind. Diese wurden in der Eiszeit aufgeweht. Aufgrund der frostigen Temperaturen fehlte die nötige Vegetation um dem aufgewehten Sand Halt zu geben.


Der weitaus größte Teil des Gebietes steht inzwischen unter Naturschutz und ist als EU-Vogelschutz- und/oder FFH-Gebiet in das europaweite Schutzgebietsnetz Natura 2000 integriert worden.


                                                                                                                                                                         
Sandstrohblume - Quelle: SGD SüdStiftungszweck ist es, auf schutzwürdigen oder naturschutzfachlich geeigneten Flächen im Biotopsystem einschließlich der angrenzenden Gebiete Maßnahmen zur Pflege und Entwicklung von Natur und Landschaft dauerhaft zu finanzieren und durchzuführen und dadurch die gesetzlichen Ziele des Naturschutzes und der Landschaftspflege operativ zu unterstützen. Die Stiftung wird von einem dreiköpfigen Vorstand geleitet, dem beratend ein Kuratorium zur Seite steht. Sitz der Stiftung ist Ingelheim.

SGD-Präsident Dr. Seimetz und Landrat Schick verknüpfen positive Erwartungen mit der Stiftungsgründung: “Arten- und Biotopschutz ist eine wichtige Säule des Naturschutzes. Dabei spiegelt diese vorbildliche Kooperation nicht nur die Bedeutung des Biotopsystems wieder, sondern steht auch für die nachhaltige und effektive Entwicklung eines wertvollen ökologischen Lebensraumes”.

Ansprechpartner:

Pressestelle

Tel.: 0 61 32 / 787-10 12

E-Mail an die Pressestelle