Verbandstagung der Volkshochschulen in Ingelheim

Staatsministerin Böhmer lobt Volkshochschulen für Engagement bei Integration von Migranten

Mit ihrer Verbandstagung waren die Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz zu Gast bei der Kreisvolkshochschule in Ingelheim. Im Mittelpunkt der Tagung stand anlässlich des Weltfrauentages das Thema Frauenbildung. In ihrem Festvortrag im Kreistagssaal in der Kreisverwaltung hob die Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Prof. Dr. Maria Böhmer, die zentrale Bedeutung des Themas Bildung für Frauen und Mädchen aus Zuwandererfamilien hervor. „Wir haben lange um das Recht auf Bildung für Frauen gekämpft. Jetzt kommt es darauf an, dieses Recht auch für Migrantinnen umzusetzen“, betonte Böhmer. Gute deutsche Sprachkenntnisse seien die Voraussetzung dafür, dass Frauen und Mädchen gleichberechtigt in unserem Land leben und ihre Chancen wahrnehmen könnten. „Wir können es uns nicht leisten, die Potenziale von Migrantinnen brach liegen zu lassen.“ Maria Böhmer ging insbesondere auch auf die Probleme ein, die in der dritten Generation der Migranten vermehrt auftreten, dass weder die Herkunftssprache der Eltern noch die deutsche Sprache wirklich beherrscht werde. Es gelte insbesondere die Rolle der Mütter in diesem Prozess zu stärken, denn hier liege der Schlüssel zur Integration.

Staatsministerin Böhmer, Landrat Schick und Landtagspräsident Mertes
Staatsministerin Böhmer, Landrat Schick, Landtagspräsident Mertes (v.l.n.r.)


Böhmer dankte den Volkshochschulen für ihr großes Engagement bei den Integrationskursen. „Die Volkshochschulen blicken nicht nur auf eine jahrzehntelange Erfahrung als Anbieter von Deutschkursen zurück. Sie sind heute der größte Anbieter von Integrationskursen. 65 Prozent der Teilnehmenden sind Frauen. Damit leisten die Volkshochschulen einen bedeutenden Beitrag zur Verbesserung der Lebenssituation von Migrantinnen.“

Staatssekretär Michael Ebling begrüßte Delegierte und Gäste im Namen des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur. „Die Gleichstellung von Frau und Mann ist auch für die Weiterbildung ein wichtiges Ziel. Weiterbildungsmaßnahmen, die dazu einen Beitrag leisten, werden deshalb vom Ministerium gesondert gefördert“, so der Staatssekretär.

Der Managementdirektor der Volkshochschule München, Professor Klaus Meisel, überbrachte die Grüße des Deutschen Volkshochschulverbandes (dvv). Er wies ebenfalls auf die Bedeutung der kommunalen Weiterbildung für die Integration von Migranten hin und begrüßte das rheinland-pfälzische Engagement der Volkshochschulen in der Frauenbildung. Dies müsse ein wichtiger Bereich bleiben - sowohl bei Volkshochschulen in der Großstadt als auch in ländlichen Regionen.

Landrat Claus Schick nutzte die Gelegenheit den Landkreis Mainz- Bingen als Bildungsstandort zu präsentieren, die Verbesserung der Infrastruktur in den Schulen, Baumaßnahmen und die Aktivitäten der Kreisvolkshochschule vorzustellen. Die Kreisvolkshochschule habe ihre Position als Dienstleister für den Kreis und  die Kommunen weiter ausgebaut. Sie gehöre zum festen Bestandteil des öffentlichen Bildungswesens, betonte Schick.

In seinem Schlusswort erinnerte der Landtagspräsident und Vorsitzende des rheinlandpfälzischen Volkshochschulverbandes Joachim Mertes an das Recht auf Bildung für alle, wie es auch im rheinland-pfälzischen Weiterbildungsgesetz verankert ist.

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