Verbandstagung der Volkshochschulen in Ingelheim
Staatsministerin Böhmer lobt Volkshochschulen für Engagement bei Integration von Migranten
Mit ihrer Verbandstagung waren die Volkshochschulen in Rheinland-Pfalz
zu Gast bei der Kreisvolkshochschule in Ingelheim. Im Mittelpunkt der
Tagung stand anlässlich des Weltfrauentages das Thema Frauenbildung. In
ihrem Festvortrag im Kreistagssaal in der Kreisverwaltung hob die
Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration,
Flüchtlinge und Integration, Prof. Dr. Maria Böhmer, die zentrale
Bedeutung des Themas Bildung für Frauen und Mädchen aus
Zuwandererfamilien hervor. „Wir haben lange um das Recht auf Bildung
für Frauen gekämpft. Jetzt kommt es darauf an, dieses Recht auch für
Migrantinnen umzusetzen“, betonte Böhmer. Gute deutsche
Sprachkenntnisse seien die Voraussetzung dafür, dass Frauen und Mädchen
gleichberechtigt in unserem Land leben und ihre Chancen wahrnehmen
könnten. „Wir können es uns nicht leisten, die Potenziale von
Migrantinnen brach liegen zu lassen.“ Maria Böhmer ging insbesondere
auch auf die Probleme ein, die in der dritten Generation der Migranten
vermehrt auftreten, dass weder die Herkunftssprache der Eltern noch die
deutsche Sprache wirklich beherrscht werde. Es gelte insbesondere die
Rolle der Mütter in diesem Prozess zu stärken, denn hier liege der
Schlüssel zur Integration.

Staatsministerin Böhmer, Landrat Schick, Landtagspräsident Mertes (v.l.n.r.)
Staatssekretär Michael Ebling begrüßte Delegierte und Gäste im Namen des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur. „Die Gleichstellung von Frau und Mann ist auch für die Weiterbildung ein wichtiges Ziel. Weiterbildungsmaßnahmen, die dazu einen Beitrag leisten, werden deshalb vom Ministerium gesondert gefördert“, so der Staatssekretär.
Der Managementdirektor der Volkshochschule München, Professor Klaus Meisel, überbrachte die Grüße des Deutschen Volkshochschulverbandes (dvv). Er wies ebenfalls auf die Bedeutung der kommunalen Weiterbildung für die Integration von Migranten hin und begrüßte das rheinland-pfälzische Engagement der Volkshochschulen in der Frauenbildung. Dies müsse ein wichtiger Bereich bleiben - sowohl bei Volkshochschulen in der Großstadt als auch in ländlichen Regionen.
Landrat Claus Schick nutzte die Gelegenheit den Landkreis Mainz- Bingen als Bildungsstandort zu präsentieren, die Verbesserung der Infrastruktur in den Schulen, Baumaßnahmen und die Aktivitäten der Kreisvolkshochschule vorzustellen. Die Kreisvolkshochschule habe ihre Position als Dienstleister für den Kreis und die Kommunen weiter ausgebaut. Sie gehöre zum festen Bestandteil des öffentlichen Bildungswesens, betonte Schick.
In seinem Schlusswort erinnerte der Landtagspräsident und Vorsitzende des rheinlandpfälzischen Volkshochschulverbandes Joachim Mertes an das Recht auf Bildung für alle, wie es auch im rheinland-pfälzischen Weiterbildungsgesetz verankert ist.