Paten für Familienpatenprojekt gesucht
Entlastung für junge Eltern
Die Kreisverwaltung sucht ehrenamtliche Paten, die junge Eltern mit Neugeborenen zukünftig als „Familienpaten“ unterstützend und entlastend zur Seite stehen. Ab dem ersten Oktober soll es losgehen, jeder mit Interesse kann sich melden, unabhängig von Alter oder Beruf. In Ingelheim wurde das Familienpatenprojekt“ nun vorgestellt. Es ist ein Baustein der Aktivitäten des „Lokalen Bündnisses für Familien“, Kooperationspartner sind Petra Matfeld, Hebamme aus Heidesheim und Jutta Pipper (Mütze). Ansprechpartnerin für Eltern und Paten in der Kreisverwaltung ist Maike Hahn. „Dieses Projekt ist ein weiterer Baustein unserer massiven Anstrengungen im Bereich Kindeswohl“, sagt Landrat Claus Schick. „Wir wollen dieses bedeutsame Thema mit unserer Arbeit auch in die Gesellschaft hineintragen. Denn die Zukunft unserer Kinder ist kein Thema, das ausschließlich die Verwaltung etwas angeht, sondern ein Thema der gesamten Gesellschaft.“
Die ehrenamtlichen Paten sollen in die Familien gehen, sie bei Fragen und Problemen beraten sie unterstützen und entlasten. Ihnen bleibt dabei selbst überlassen, wie sie den Familien zur Seite stehen und wie viel Zeit sie dafür aufwenden wollen. Gerade junge und noch unerfahrene Eltern stoßen schnell an ihre Grenzen. „Schon ganz einfache Dinge und kleinere Hilfestellungen helfen und können die jungen Eltern zeitlich und emotional entlasten“, beschreibt Alt die Zielrichtung des Projektes. „Viele Eltern kommen zu mir in die Beratung, weil sie Angst haben, dass ihr schreiendes Kind gerade nachts die Nachbarn stören könnte. Für Eltern kann das eine große Belastung sein und Alltagsaufgaben stehen dann oft hinten an“, weiß Jutta Pipper ein Beispiel aus ihrer Erfahrung in der Schreikinder-Beratung. „Schon kleineren Hilfen können dann verhindern, dass sich eine angespannte Situation noch mehr zuspitzt“.
Natürlich sind die Familienpaten ausdrücklich nicht als kostenlose Haushaltshilfen oder Tagesmütter zu verstehen. Und natürlich kann und soll eine solche Patenschaft eine eventuell notwendige professionelle Hilfestellung bei Erziehungsproblemen nicht ersetzen. „Die Paten würden schnell merken, wenn sie ausgenutzt werden oder an ihre Grenzen stoßen“, ist sich Alt sicher. Um zu verhindern, dass es so weit erst gar nicht kommt, steht ein persönliches Gespräch mit Familien und Paten am Anfang der Vermittlung durch die Kreisverwaltung. Maike Hahn ist dafür zuständig: „Im zweiten Schritt sollen Eltern und Paten einen ausführlichen Fragebogen ausfüllen, mit dessen Hilfe wir versuchen, Paten zu finden, die aufgrund ihrer Interessen und ihres Zeitbudgets zu den Familien passen. Und natürlich werden die Paten vor und während ihrer Tätigkeit von uns geschult und fachlich begleitet.“
Familien und Paten können sich melden bei der Fachberaterin für das Netzwerk Kinderschutz der Kreisverwaltung Mainz-Bingen, Maike Hahn, unter 06132/787-3168 oder per E-Mail unter hahn.maike@mainz-bingen.de. Über das Familienpatenprojekt informiert auch ein Flyer, der nach den Sommerferien unter anderem über die VG-, Stadt- und Gemeindeverwaltung, Kindertagesstätten, Beratungs- und Koordinierungsstellen und Seniorenbeiräte erhältlich sein wird.