Gespräch in der VG Bodenheim

Landrat Claus Schick: Krippenausbau forcieren

Die Kreisverwaltung führt vor Ort Einzelgespräche mit allen Verbands- und Ortsgemeinden, um die Einschätzung der Ortsbürgermeister zu hören und gemeinsam nach schnellen Wegen für den weiteren Krippenausbau zu suchen.


Ein erstes Gespräch fand nun in der Verbandsgemeindeverwaltung Bodenheim im Beisein aller Ortsbürgermeister der VG sowie der Beigeordneten und der Abteilungsleiter der Verbandsgemeinde statt. Seitens des Kreises nahmen an diesem Gespräch Landrat Claus Schick, die zuständige Kreisbeigeordnete Irene Alt und der Leitende Staatliche Beamte Manfred Heinisch teil. Ergebnis des Gespräches war, dass die Kreisverwaltung nochmals grundsätzlich darlegte, dass überall dort, wo ein Bedarf an Krippenplätzen nachgewiesen wird, dieser durch die Kreisverwaltung umgehend anerkannt und die Einrichtung genehmigt werden. Dies kann sowohl in bestehenden Einrichtungen, als auch gegebenenfalls durch Auslagerung oder auch Anbau und Neubau erfolgen. Die Kommunalaufsicht ihrerseits wird diese Maßnahmen haushaltsrechtlich als unabweisbar einstufen und unabhängig von der Haushaltslage „durchwinken“. Im Einzelnen stellt sich dies in der VG Bodenheim jetzt wie folgt dar.


Bodenheim: Hier besteht ein Bedarf von zwei Krippengruppen. Die Ortsgemeinde hat dem Investor, der ein Ärztehaus im Kümmerlingebäude einrichten möchte, eine Frist bis Anfang August gesetzt. Kann diese Frist nicht eingehalten werden, muss nach einer anderen Lösung gesucht werden. Diese könnte durch die Einrichtung eines Provisoriums in der Kindertagesstätte Spatzennest oder bei dem zweiten kommunalen Kindergarten erfolgen.


Gau-Bischofsheim: Die Ortsgemeinde hat derzeit zwei Regelgruppen und eine altersgemischte Gruppe. Sie wünscht sich für das nächste Kindergartenjahr eine Aufstockung der Ganztagsplätze und entsprechend eine anteilige Leitungsfreistellung. Schick und Alt sagten zu, sowohl die anteilige Leitungsfreistellung, als auch die generelle Aufstockung der Einrichtung auf den tatsächlichen Bedarf zu genehmigen. Sie baten außerdem um Prüfung, ob trotz des geringen durch die Abfrage der Gemeinde ermittelten Bedarfes nicht doch eine Krippengruppe eröffnet werden solle. Es zeige sich nämlich überall, dass zunächst ein nur geringer Bedarf ermittelt wird, der sich aber sofort nach Eröffnung der Gruppe massiv steigert. Mit anderem Worten: Erfahrungsgemäß zieht ein Angebot immer auch entsprechende Nachfrage nach sich.


Harxheim: In Abstimmung mit den drei Fraktionsvorsitzenden des Gemeinderates wurde bereits im Vorfeld eine vierte Kindergartengruppen als altersgemischte Gruppe genehmigt, in der auch Kinder unter drei Jahren aufgenommen werden können. Harxheim verfügt demnach über vier Kindergartengruppen und eine Krippengruppe. Die Ortsbürgermeisterin Knüpper-Heger machte weiteren Bedarf für Krippenplätze geltend. Die Vertreter der Kreisverwaltung erklärten, dass diese bei nachgewiesenem Bedarf auch genehmigt würden.


Lörzweiler: Im kommunalen Kindergarten wird ab dem kommenden Kindergartenjahr eine vierte Gruppe als altersgemischte Gruppe eingerichtet. Auch hier soll die Gemeinde wie in Gau-Bischofsheim die Einrichtung einer Krippengruppe prüfen.


Nackenheim: Derzeit gibt es in den drei Kindergärten (zwei kommunale, ein katholischer) jeweils drei Gruppen. Die Einrichtung einer Krippengruppe im katholischen Kindergarten „St. Gereon“ wird ab dem neuen Kindergartenjahr, dadurch erreicht, dass eine Kita-Gruppe in eine Krippengruppe umgewandelt wird. Eine weitere Krippengruppe ist nach Aussage des Ortsbürgermeisters Bardo Kraus dadurch möglich, dass die in der kommunalen Kita „Die Lernwerkstatt“ angesiedelte Hortgruppe ausgelagert wird.


Die Kreisvertreter wiesen darauf hin, dass die Einrichtung von Krippengruppen für die Träger generell günstiger sei als bei Kindergartengruppen, da bei Krippen der Trägeranteil an den Personalkosten nur fünf Prozent betrage. „Im Hinblick auf die gemeinsame gesellschaftspolitische Anstrengung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf setzt die Kreisverwaltung alles daran, eine möglichst schnelle vollständige Bedarfsdeckung zu erreichen“, so Landrat Claus Schick.


Neben der Erörterung weiterer Themen wie die Ehrenamtsförderung und die Situation der VG im Hinblick auf den langen Ausfall des Verbandsbürgermeisters wurden allgemeine interessierende kommunale Themen besprochen. Abschließend dankte Landrat Claus Schick für das sehr konstruktive Gespräch und wünschte den Ortsbürgermeistern viel Erfolg in ihren Gemeinden.

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