„Soziale Kompetenzerweiterung im Klassenverband“
Lösung für Konflikte anbieten
„Soziale Kompetenzerweiterung im Klassenverband“ heißt ein Projekt, dass das Jugendamt der Kreisverwaltung Mainz-Bingen in Zusammenarbeit mit der Kinder- und Jugendhilfe St. Hildegard in Bingen für Schulklassen mit besonderen Problemlagen anbietet. Ziel ist es, den Zusammenhalt in der Klasse zu stärken, Schüler und Lehrer gegenüber gewaltbereiten Verhaltensweisen zu sensibilisieren und Alternativen zur Lösung von Konflikten anzubieten. „Prävention hat in diesem Projekt eine große Bedeutung. Denn wir wissen, dass Probleme in der Schule häufig auch in den Alltag hineinreichen und dann zu einem Fall für das Jugendamt werden können“, erklärt die zuständige Kreisbeigeordnete Irene Alt. Die Durchführung kann über die für die Schule zuständigen Mitarbeiter des Allgemeinen Sozialen Dienstes bei der Kreisverwaltung beantragt werden.
Im Mittelpunkt des Projektes steht das aktive Mitmachen, auch die Lehrer sind eingebunden in Rollenspiele, Diskussionsrunden und Gruppenübungen. Christiane Allmann, Lehrerin an der Selztalschule in Nieder-Olm hat das Projekt bereits mit einer siebten und achten Klasse kennen gelernt. „Die Schüler sind für diese Art des sozialen Lernens sehr gut zu begeistern. Auch wenn dieses Projekt auch emotional anstrengend ist, da jeder seine Verhaltensweisen überdenken muss, hat es den Schülern viel Spaß gemacht.“ Sie selbst hat gemeinsam mit den Jugendlichen aus ihrer Klasse alle Übungen mitgemacht: „Beide Seiten lernen sich dadurch in anderen Rollen kennen, lernen mehr Verständnis und Toleranz.“
Zwei Tage dauert das Projekt. Interviews wechseln sich ab mit Partner- und Gruppenübungen, die Schüler lernen beispielsweise die Bedeutung und Wirkung unterschiedlicher Körpersprache, wie Konflikte entstehen und sie ohne Gewalt lösbar sind, welche Auswirkungen Gruppenverhalten auf das eigene Handeln hat und wie Toleranz, Kooperation und gegenseitige Hilfe schneller zu einem gemeinsamen Ziel führen, als rücksichtloses Verhalten.
„Es ist auch für Schulen wichtig, sich zu öffnen, Kompetenz von außen zu holen, damit ein neuer Blickwinkel neue Ideen und Möglichkeiten liefert“, bewertet Allmann das Projekt positiv.