Gespräch mit Bürgermeister Feser

Landrat Claus Schick: Massiver Ausbau der Krippenplätze für Bingen

Die aktuelle Gesprächsreihe von Landrat Claus Schick sowie der Kreisbeigeordneten Irene Alt mit den zuständigen Bürgermeistern der Kommunen im Landkreis zur Situation der Krippen- und Kindertagesstättenplätze fand nun mit dem Gespräch mit Bürgermeister Thomas Feser, Stadt Bingen, ihren Abschluss.

Zunächst wurde der aktuelle Stand der Versorgung mit Krippen- und Ganztagesbetreuungsplätzen in Bingen erörtert. Wie auch in den vorherigen Gesprächen machte Landrat Schick deutlich, dass bestehender Bedarf durch die Kreisverwaltung uneingeschränkt anerkannt werde. „Die Träger erhalten zur Umsetzung geeigneter Maßnahmen die notwendige Unterstützung durch den Kreis“, betont Schick.   Wie die zuständige Beigeordnete Irene Alt ergänzend darlegte, können die Maßnahmen auch sehr kurzfristig umgesetzt werden.

Die Einrichtung von Krippengruppen ist auf vielfältige Weise möglich: Es wird jeweils die Einrichtung in bestehenden Kindertagesstätten geprüft. Erforderlichenfalls werden An- oder Neubauten erstellt. Zuschüsse des Landkreises in Höhe von 40 Prozent der erforderlichen Investitionskosten unterstützen die notwendigen Maßnahmen. Landrat Claus Schick betonte, dass der Anteil des örtlichen Trägers an den Personalkosten in den Krippen lediglich fünf Prozent betrage.

Zurzeit gibt es in Bingen 360 Kinder im Alter unter zwei Jahren und 198 Zwei- bis Drei- jährige. Die Versorgung mit Krippen- und Ganztagsbetreuungsplätzen stellt sich in Bingen wie folgt dar:

Der evangelische Kindergarten in der Kurfürstenstraße möchte seine beiden Gruppen öffnen, sodass hier zwölf Plätze für unter Dreijährige geschaffen werden können. Die viergruppige katholische Kindertagesstätte St. Martin ist voll ausgelastet und bietet acht Plätze für unter Zweijährige. Mit der Leitung der zweigruppigen katholischen Einrichtung St. Annaberg will die Kreisverwaltung Anfang 2009 Gespräche führen, mit dem Ziel, die beiden Gruppen zu öffnen, so dass hier ebenfalls zwölf Plätze für unter Dreijährige geschaffen werden könnten. Der städtische Hort „Pfiffikus“ verfügt über 40 Ganztagsbetreuungsplätze, die jedoch nicht voll belegt sind. Die evangelische Kindertagesstätte Bingerbrück hat in ihren zwei Gruppen vier Plätze für unter Zweijährige. Voraussichtlich zum
1. August 2009 wird die Stadt Bingen die Trägerschaft für diese Einrichtung übernehmen. Im Zuge dessen sollen dann weitere acht Plätze für Zweijährige durch Öffnung der Gruppen geschaffen werden. Die katholische Einrichtung St. Hildegard verfügt über zwei Gruppen, von denen eine geöffnet werden soll. Darüber ist die Einrichtung einer Krippe beabsichtigt. Durch diese Maßnahmen könnten hier insgesamt 16 Plätze für die Betreuung der Kleinsten bereitgestellt werden. In den bestehenden drei Gruppen der evangelischen Kindertagesstätte Bingen-Büdesheim sind zurzeit sechs Plätze für Zweijährige vorhanden. Hier ist die Einrichtung von zwei Krippengruppen in einem geplanten Anbau angedacht, sodass insgesamt dann 26 Plätze für unter Zweijährige verfügbar sein werden.

Die viergruppige katholische Einrichtung in Bingen-Büdesheim mit 100 Plätzen hat in ihrem Angebot acht Plätze für unter Zweijährige und ist gut ausgelastet. In der städtischen Kindertagesstätte „Wuselkiste“ besteht bereits neben den beiden Kindergarten- sowie den zwei Hortgruppen eine Krippengruppe. Eventuell kann hier in einem Anbau eine weitere Krippengruppe eingerichtet werden, was dann zu einem Angebot von insgesamt 20 Krippenplätzen führen würde. Im katholischen Kindergarten Bingen-Dietersheim sind von den 75 Plätzen der drei Gruppen nur 57 belegt. Hier könnte eine Gruppe altersgemischt eingerichtet werden, so dass hier sieben unter Dreijährige betreut werden könnten. In der katholischen Einrichtung „Peter und Paul“ in Dromersheim sind in den beiden Gruppen 38 Plätze belegt. Ein gemeinsamer Gesprächstermin der Kreisverwaltung und der Stadt Bingen mit dem Träger und der Leitung der Einrichtung soll das Ziel verfolgen, auch hier eine Altersmischung zu erzielen, um so sieben Plätze für unter Zweijährige zu schaffen. In der eingruppigen katholischen Einrichtung Bingen-Gaulsheim sind zurzeit zwei Zweijährige untergebracht. Durch eine Öffnung dieser Gruppe könnte hier ein Angebot für die Kleinsten von insgesamt sechs Plätzen geschaffen werden. Die katholische Einrichtung „Heilige drei Könige“ verfügt bereits neben den beiden Regelgruppen über eine Krippe mit zehn Plätzen. Die gleiche Situation besteht auch in der Einrichtung „Mondschaukel“. Bei Umsetzung all der beschriebenen Maßnahmen könnten neben dem bereits bestehenden Angebot kurzfristig 96 weitere Plätze für die Betreuung unter Zweijähriger geschaffen werden.

Weiteres Thema des Gesprächs war der aktuelle Stand der Ehrenamtsförderung für die Stadt Bingen. Der Leitende Staatliche Beamte der Kreisverwaltung, Manfred Heinisch, führte aus, dass mit dem Ehrenamtsförderungsprogramm des Landkreises Mainz-Bingen ehrenamtliche Aktivitäten vor Ort gestärkt sowie die kommunale Infrastruktur in den Gemeinden verbessert werden können. Insgesamt 15 Projekte in Bingen wurden bisher gefördert mit einem Gesamtförderbetrag von 427 776 Euro, davon hatten vier Projekte überregionale Bedeutung.

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