Netzwerkkonferenz Kindeswohl
Unterschiedliche Akteure zusammen gebracht
165 Fachkräfte aus unterschiedlichen Bereichen die aktiv an einem umfassenden Kindesschutz im Landkreis Mainz-Bingen mitwirken trafen sich in Ingelheim zur zweiten Netzwerkkonferenz Kindeswohl. Unter den Teilnehmern waren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Kindertageseinrichtungen, Schulen, Polizei, Frauenhäusern, Beratungsstellen, Fachkräfte der Jugend-, Sozial- und Gesundheitsämter sowie Fachkräfte des Gesundheitswesens wie Hebammen und Ärzte.Landrat Claus Schick unterstrich in seinem Grußwort, die Bedeutung des am 21. März vergangenen Jahres in Kraft getretenen Landesgesetzes zum Schutz von Kindeswohl und Kindergesundheit (LKindSchuG). Das Landesgesetz übertrage dem Jugendamt die Aufgabe lokale Netzwerke für einen verbesserten Kinderschutz aufzubauen. Die im Landkreis schon vor der Verabschiedung des Gesetzes angestoßene Vernetzung der Akteure habe durch die im Landesgesetz festgesetzte finanzielle Förderung noch weiter ausgebaut und voran gebracht werden können. Denn nicht zuletzt konnten so zusätzliche Fortbildungen und Qualifizierungen bezuschusst und eine Stelle finanziert werden, die untern anderem die Koordinierung und Weiterentwicklung der Angebote des Landkreises steuere.
Die zuständige Kreisbeigeordnete Irene Alt, Jugendamtsleiterin Monika Kern-Wernersbach und die Fachberaterin für das Netzwerk zum Kinderschutz, Maike Hahn, referierten über die umfassenden Bemühungen des Jugendamtes seit dem Inkrafttreten des Landeskinderschutzgesetzes. Seit Dezember 2006 gibt es beispielsweise eine Rufbereitschaft des Allgemeinen Sozialen Dienstes, die 24 Stunden täglich und an 365 Tagen im Jahr einatzbereit ist. Der Abteilungsleiter des Gesundheitsamtes, Dr. Dietmar Hoffmann, informierte in einem Vortrag über die Aufgaben die dem Gesundheitsamt durch das Kinderschutzgesetz übertragen wurden. Die Gesundheitsämter müssen laut Gesetz darauf hinwirken, dass Eltern mit ihren Kindern zu den Früherkennungsuntersuchungen gehen. Dr. Hoffmann stellte die aktuellen Fallzahlen vor, die verdeutlichen wie zeit- und arbeitsintensiv sich der Gesetzesauftrag gestaltet. Michaela Heinen von der Servicestelle Kindesschutz des Landesjugendamtes schließlich führte in Ihrem Kurzvortrag aus, dass die Jugendämter auch überregional durch die Servicestelle des Landes Unterstützung und Begleitung erfahren.
Nach dem Informationsblock sorgte das Improvisationstheater Subito! aus Wiesbaden für auflockernde, gute Unterhaltung. Die Improvisationskünstler spielten auf Zuruf aus dem Publikum Szenen aus den Vorträgen, auf ihre ganz eigene Art nach.
Während der Veranstaltung präsentierten sich freie Träger mit Ihren Angeboten im Bereich des Kindeswohls. Mit dabei waren unter anderem Vertreter des Kinderschutzbundes, des Mehrgenerationenhauses Ingelheim-West, der Kinder- und Jugendhilfe St. Hildegard und des Hebammen-, Familien- und Gesundheitszentrums Adebar-Zyklus.
Um die Zusammenarbeit für einen verbesserten Kinderschutz in den kreisangehörigen Kommunen im Landkreis vor Ort voranzubringen, finden ab September wieder die Runden Tische Kindeswohl statt. In allen Verbandsgemeinden, den Städten Ingelheim und Bingen sowie der Gemeinde Budenheim richtet das Jugendamt bereits seit 2007 Abendveranstaltungen mit den örtlich zuständigen Fachkräften, zum Austausch und zur Weiterentwicklung neuer Konzepte für den Kindesschutz, aus.
Das Kreisjugendamt Mainz-Bingen ist in Rheinland-Pfalz das erste Jugendamt das mit der Netzwerkkonferenz eine zweite Großveranstaltung zur Vernetzung der Akteure mit dem Ziel der Förderung des Kindeswohls veranstaltet hat.