Vortragsreihe „Frauen und Finanzen“ in Nieder-Olm und Guntersblum

Gleichberechtigung der Frau beginnt im Geldbeutel

Die Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Mainz-Bingen präsentieren im Rahmen der Programmreihe „Frauen und Finanzen“ im November Vorträge in Nieder-Olm und Guntersblum. Die Veranstaltungen sind kostenlos, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.

Start der Vortragsreihe ist am Dienstag, 3. November 2009, um 19.30 Uhr im Ratssaal der Verbandsgemeindeverwaltung Nieder-Olm, Pariser Str. 110 in Nieder-Olm. Das Thema lautet „Gesetzliche Renten für Frauen“. Frauen erhalten durchschnittlich knapp 500 Euro weniger Rente als Männer. Die Gründe dafür sind etwa, dass Frauen häufiger Auszeiten vom Arbeitsleben nehmen, um Kinder zu erziehen oder Angehörige zu pflegen. Zusätzlich arbeiten sie auch noch öfter in Teilzeit. Birgit Groh-Peter, Referentin im Ministerium für Arbeit, Soziales, Gesundheit, Familie und Frauen, berichtet über die Unterschiede zwischen Männern und Frauen im Rentenrecht und zeigt auf, wie dieses die Frau benachteiligt. Dabei geht sie auch auf die Frage ein, was genau die Begriffe Kindererziehungszeiten und Kinderberücksichtigungszeiten bedeuten.

Am Donnerstag, 12. November 2009, referiert Martina Schärfe, Mediatorin und Fachanwältin für Familien- und Erbrecht in Mainz, um 20 Uhr in der Verbandsgemeindeverwaltung Guntersblum, Alsheimer Str. 29, in Guntersblum über die Tücken des Berliner Testaments. In einem Berliner Testament setzen sich die Eheleute gegenseitig zum Alleinerben ein. Diese Form des Letzten Willens macht 85 Prozent aller Ehegattentestamente aus. Die Referentin informiert insbesondere darüber, ob sich mit einem solchen Testament wirklich verhindern lässt, dass die eigenen Kinder nach dem Tod eines Elternteils ihren Anteil am Erbe verlangen können. Darüber hinaus gibt sie Tipps, wie sich eine solche Regelung steuerlich auswirkt.

Über die Chancen und Grenzen von Mediation berichten die Ober-Olmerinnen Heike Schubert, Juristin und Mediatorin, und Christine Oschmann, Journalistin und Mediatorin, am Dienstag, 17. November um 19.30 Uhr im Ratssaal der Verbandsgemeindeverwaltung Nieder-Olm, Pariser Str. 110 in Nieder-Olm. Mediation bezeichnet ein Verfahren zur Vermeidung oder Beilegung von Konflikten. Die beiden Konfliktparteien versuchen dabei mit Hilfe einer dritten Person, dem so genannten Mediator, zu einer Einigung zu kommen. Mediation kann bei Eheproblemen genauso wie bei Spannungen am Arbeitsplatz eingesetzt werden. Die beiden ausgebildeten Mediatorinnen führen in ihrem Vortrag in Konfliktfelder ein, stellen Grundmuster des Konfliktverhaltens vor und zeigen zudem, wie man eigenverantwortlich Streitfälle mit Hilfe des Mediationsverfahrens lösen kann.

„Die Reihe „Frauen und Finanzen“ soll Abhilfe bei der Ungleichberechtigung der Frau in Geldangelegenheiten schaffen. So verdienen Frauen in Deutschland im Schnitt 25 Prozent weniger als Männer. Auch auf der Liste der 25 reichsten Menschen der Welt ist mit Liliane Bettencourt, der Hauptanteilseignerin des Kosmetikkonzerns L’Oréal, nur eine Frau vertreten. Zudem werden drei Viertel der Frauen im Alter nicht von ihrem Einkommen leben können und auch die Ehe bietet angesichts der hohen Scheidungsrate keine finanzielle Sicherheit mehr. Die Gleichberechtigung im Geldbeutel ist also nicht gegeben“, erklärt Karin Diehl, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Mainz-Bingen.

Zu der Programmreihe haben die Gleichstellungsbeauftragten im Landkreis Mainz-Bingen außerdem einen kostenlosen Ratgeber mit dem Titel „Herz über Kopf“ heraus gegeben: Themen darin sind unter anderem Mietverträge, Versicherungen, nichteheliche Lebensgemeinschaften, Vermögensbildung, Steuern, Schulden, Renten, Patiententestament oder Erben. Der Ratgeber liegt bei allen Veranstaltungen der Reihe „Frauen und Finanzen“ kostenlos aus oder kann gegen Einsendung eines mit 1,45 Euro frankierten DIN-A-5-Umschlags unter folgender Adresse bestellt werden: Gleichstellungsstelle, Kreisverwaltung Mainz-Bingen, Georg-Rückert-Straße 11, 55218 Ingelheim. Nähere Informationen zu der Programmreihe „Frauen und Finanzen“ gibt es außerdem bei der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Frau Karin Diehl, Telefon: 0 61 32 / 787 - 10 40, E-Mail: glst@mainz-bingen.de, oder hier...

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