Migrantenkinder gehen in den Ferien lieber zur Schule
Deutschförderkurse in Budenheim gestartet
In diesen Herbstferien sind zwei Deutschförderkurse im Schulgebäude der Realschule plus in Budenheim gestartet. Zwei Wochen lang erhalten Kinder mit Migrationshintergrund jeden Vormittag vier Schulstunden die Gelegenheit, ihre Deutschkenntnisse zu verbessern. Die Teilnahme ist kostenlos. Die Fördermittel dazu kommen vom rheinland-pfälzischen Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur. Für den Unterricht in den Kursen hat das Ministerium auch einen Methodenkoffer mit Spielen und Lernmaterialien entwickelt. Statt durch Frontalunterricht sollen die Kinder auf spielerische Weise mit der deutschen Sprache umgehen. Dies scheint auch sehr gut zu funktionieren. Arif, Adem und Ibrahim spielen zum Beispiel ein Kartenspiel, bei dem man Fragen beantworten muss. Munter unterhalten sie sich schon ziemlich sicher auf Deutsch miteinander und ohne dass es ihnen vielleicht richtig bewusst ist, lernen sie neue Wörter und werden vertrauter im Umgang mit der Sprache.
Georgi aus Bulgarien ist erst seit drei Wochen in Deutschland, aber er lernt sehr schnell. „Natürlich können wir denen, die noch wenig können, in zwei Wochen nicht zu fließendem Deutsch verhelfen“, erklärt Monika Nickels, Geschäftsführerin der KVHS. „Aber wir können diesen Kindern zum Beispiel die Angst davor nehmen, auf Deutsch zu sprechen. In Zukunft sollen diese Kurse auch in anderen Teilen des Landkreises stattfinden.“ Aber wären die Kinder denn nicht lieber in den Ferien zu Hause? Arif, Adem und Ibrahim sind sich einig: „Nein, zur Schule zu gehen ist besser. Es sind zwar Ferien aber der Kurs macht Spaß.“
Bereits im Sommer hatte die KVHS in einem ersten Versuch einen Förderkurs für Schüler mit Migrationshintergrund im Gebäude der Kreisveraltung in Ingelheim angeboten. „Die Rückmeldungen aus dem ersten Kurs waren sehr positiv. Es gab da zum Teil sehr schüchterne Kinder, bei denen durch den zusätzlichen Deutschunterricht etwas aufgebrochen ist. Auch jetzt sind die Eltern, die ihre Kinder hier angemeldet haben, wirklich begeistert“, freut sich Nickels. „Diejenigen, die bisher nur wenig konnten, sind sicherer geworden und die Kinder kommen gerne, obwohl Ferien sind.“
Die zwei Kurse in Budenheim für Grundschüler und Schüler ab der fünften Klasse sind jeweils mit maximal acht Kindern belegt. Die Pädagogen, die die Kurse leiten, haben eine spezielle Ausbildung, Deutsch als Fremdsprache zu unterrichten. Sandra Fuchs-Wörner, Lehrerin des Kurses für die älteren Kinder, ist überzeugt vom Konzept der Förderkurse: „Die Arbeit in Kleingruppen ist wichtig. Der Unterricht ist kindgerecht und spricht die Schüler an. Die Kinder lernen viel, aber das Wichtigste ist, dass sie Spaß dabei haben.“ Ihre Kollegin Elena Yargina, die für die Grundschüler zuständig ist, spielt gerade ein Brettspiel mit ihren Schülern. „Da ist ein Löwe“, sagt ein Kind und deutet auf das Spielbrett. „Nein, das ist ein Tiger“, verbessert gleich eine andere Schülerin. Die Kinder haben sichtlich Spaß daran zu zeigen, was sie bereits gelernt haben. Während sie spielen, reden sie etwa über Farben, beim Würfeln und Ziehen der Figuren wenden sie ihre Zahlenkenntnisse an und verbessern so immer mehr ihr Deutsch.