Schüler der Kaiserpfalz-Realschule plus aus Ingelheim zu Gast in den USA
Irgendwann machte es „klick“ bei der Sprachumstellung
15 Schülerinnen und Schüler der neunten und zehnten Klassen der Ingelheimer Kaiserpfalz-Realschule plus Ingelheim (KAPRI) waren im Oktober im Rahmen eines Schüleraustauschs für drei Wochen zu Gast in den USA. Landrat Claus Schick hatte die Jugendlichen im Sommer noch unterstützt, als sie am Tag der Kommunal- und Europawahl Kuchen verkauften, um die Kasse für das Projekt aufzubessern. Der Landrat erstand jede Menge Kuchen, den er an die ehrenamtlichen Wahlhelfer verteilte. Während des Austauschs waren die Jugendlichen in Gastfamilien in Newtown Square/Pennsylvania untergebracht. Die Erfahrungen, die die rheinhessischen Schüler dabei machten, waren durchaus positiv. Die Menschen seien offen, freundlich und ohne Vorurteile auf sie zugegangen, berichten die Jugendlichen einmütig. Der Austausch besteht bereits seit dem Jahr 2000.
In den drei Wochen sammelte die Gruppe aus Ingelheim viele neue Eindrücke. Manches war nicht so, wie es sich die Schüler vorgestellt hatten. „Die Amerikaner sind zum Beispiel nicht alle fett, es gibt auch viele Dünne. Dafür sind die meisten aber schon entweder sehr dick oder sehr dünn. Dazwischen gibt es nur wenig“, bemerkten die KAPRI-Schüler. Besonders faszinierend fanden die Jugendlichen auch, dass jeder mit 16 Jahren schon Auto fährt. Ganz anders war zudem das amerikanische Schulsystem, das die Deutschen in der Marple Newtown High School kennen lernten. Statt in Klassenverbänden lernen die US-Schüler in einem Kurssystem wie in der Oberstufe in Gymnasien in Deutschland üblich. Die Lehrer wechseln dazu auch nicht die Klassen, sondern bleiben den ganzen Tag immer im selben Raum. Dafür müssen die Schüler anhand ihres Stundenplans beispielsweise vom Mathe-Flur mit allen Mathematikräumen zum Geschichts-Flur oder zum Sport-Flur gehen. Im Gegenzug sei den amerikanischen Jugendlichen das deutsche System mit Klassen, bei denen die Lehrer von Raum zu Raum wandern, seltsam vorgekommen, schmunzelten die Realschüler. Beeindruckend fanden manche auch den Sportsgeist der Amerikaner. Nach Schulende um 14.35 Uhr seien viele amerikanische Schüler noch in den Mannschaften der High School aktiv. Einige Ingelheimer trainierten sogar bei der Lacrosse-Mannschaft der High School mit, andere sahen beim Mädchen-Eishockey oder beim Taekwondo zu. „Was bei uns die Sportvereine leisten, machen dort die Schulen“, stellten die deutschen Jugendlichen fest.
Ein großes Plus des Austauschs war sicher, dass die Ingelheimer Schüler ihre englischen Sprachkenntnisse anwenden konnten. Anfangs hätten sie etwas Zeit gebraucht, um sich auf die Sprachumstellung einzurichten, danach habe es aber irgendwann „klick“ gemacht und sie hätten sich gut verständigen können, freuten sich die rheinhessischen Weltenbummler. Irgendwann sei es sogar so weit gekommen, dass sie sich untereinander auf Englisch unterhalten hätten.
Während ihres Amerika-Aufenthalts machten die deutschen Schüler auch einen Tag in der US-Hauptstadt Washington Station, dazu noch jeweils zwei Tage in Philadelphia und New York. Diese Erfahrungen prägen die Ingelheimer immer noch. „Als wir letztens Spiderman 3 gesehen haben, konnten wir das Hardrock Cafe in New York erkennen. Das ist schon komisch, wenn man jetzt an Orten gewesen ist, die man normalerweise nur aus Film und Fernsehen kennt.“ Daneben besuchten die Neunt- und Zehntklässler auch die USA-Zentrale von SAP in Newtown Square, wo sie fürstlich speisten. Außerdem statteten sie den Amish People einen Besuch ab. „Dort war das Essen noch besser als bei SAP!“, waren sich alle einig. Selbst gemachte Limonade, Kartoffelbrei, Hühnerfrikassee und so genannte „Apfelbutter“ mit Brot hinterließen durchweg positive Eindrücke von der Küche der Amish bei den Kaiserpfalz-Realschülern. Nur Schwarzbrot und Mineralwasser vermissten manche während der drei Wochen. Trotzdem fiel allen die Abreise schwer und daher wollen die Schüler auch eines Tages unbedingt wieder in die USA. Denn richtig losgelassen hat sie ihr Amerika-Trip noch nicht.