Konstituierende Sitzung des Beirats für Menschen mit Behinderungen
Neues Konzept bei Schulen und Kindergärten und Merkblatt Barrierefreies Wohnen
Bei der konstituierenden Sitzung des Beirats für Menschen mit Behinderungen unter Vorsitz der 2. Kreisbeigeordneten Irene Alt informierte Volker Conrad, Leiter des Fachbereichs „Sozialplanung/Eingliederungshilfe“ der Kreisverwaltung, über die Integration von Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen in Kindertagesstätten und Schulen des Landkreises Mainz-Bingen. Dabei stellte Conrad heraus, dass es keine weiteren Förderkindergärten geben werde, in denen Kinder mit Behinderungen unter sich sind. Vielmehr wird nun die Umwandlung in integrative Gruppen angestrebt, in der Kinder mit und ohne Behinderungen gemeinsam betreut werden. Daneben soll aber vor allem auch die Einzelintegration ausgebaut werden. Das heißt, dass in einer Gruppe von bis zu 25 Kindergartenkindern maximal zwei dieser Kinder eine Behinderung haben und jeweils von einem Integrationshelfer betreut werden. Ebenso sollen im Schulbereich Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam lernen. Auch hier unterstützt ein Integrationshelfer die jeweilige Schülerin oder den jeweiligen Schüler mit Behinderung beim Schulalltag, wie etwa bei der Bewältigung des Schulweges oder bei der Nahrungsaufnahme. Während im Jahr 2005 noch keine Integrationshelfer im Kindergarten und nur 29 im Schulbereich eingesetzt waren, betreuen aktuell 37 Integrationshelfer Kindergartenkinder mit Behinderung und 67 Fachkräfte leisten Integrationshilfe in Schulen. Mit diesen Maßnahmen wird auch der neuen UN-Konvention über Menschen mit Behinderungen Rechnung getragen, die seit 26. März 2009 für Deutschland verbindlich ist.Knut Jordan, der Behindertenbeauftragte des Landkreises Mainz-Bingen, stellte auf der Beiratssitzung zudem ein neues Merkblatt mit dem Titel „Fördermöglichkeiten für barrierefreien Wohnraum in Rheinland-Pfalz“ vor. Auf der Internetseite des Landkreises www.mainz-bingen.de (unter „Publikationen“, Stichwort „Behindertenbeauftragter“) kann man sich das Merkblatt bereits anschauen. Grundsätzlich erinnerte Jordan auch daran, dass es zu wenig barrierefreien Wohnraum gibt und forderte Abhilfe. Zusätzlich zu dem neuen Merkblatt kann man sich auf der Internetseite der Kreisverwaltung auch Hinweise über barrierefreie Gastronomiebetriebe, barrierefreie Arzt- und Therapiepraxen und barrierefreie WC-Anlagen herunterladen. Der Behindertenbeauftragte rief auch dazu auf, dem positiven Beispiel der Verbandsgemeinden Nieder-Olm und Gau-Algesheim zu folgen, die alle ihre öffentlichen, barrierefreien Gebäude auf ihrer Internetseite auflisten. Jordan appellierte an die Mitglieder des Beirats, im Bereich ihrer Kommunen die vielfältigen Projekte und Anregungen des Behindertenbeauftragten tatkräftig anzustoßen und den unmittelbaren Kontakt zu der Verwatungsspitze zu suchen, damit die Belange behinderter Menschen auch vor Ort wirklich umgesetzt werden. Außerdem berichtete Markus Kaltenbach von der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung e.V. bei der Sitzung des Beirats für Menschen mit Behinderungen über seine Arbeit im Heimbeirat.