„Anrheiner-Treffen“ der Anrainer in Gernsheim

Freundschaften über den Rhein

Das „Anrheiner-Treffen“ der Rhein-Anrainer hat eine lange Tradition. Im hessischen Gernsheim trafen sich Landrat Claus Schick, sein Amtskollege des Kreises Groß-Gerau, Enno Siehr sowie die Bürgermeister der rheinanliegenden Kommunen beider Kreise.  Ziel der Runde: Kontakte knüpfen und den schnellen Draht pflegen, Erfahrungen austauschen, Probleme erörtern, neue Gemeinsamkeiten suchen und bewährte Kooperationsformen weiterentwickeln.

Beim jüngsten Treffen in Gernsheim stand ein weiterer Punkt auf der Tagesordnung: Der Abschied von Landrat Enno Siehr, der zum Ende des Monats aus dem Amt scheidet, und der Dank für die vielen Impulse, die von ihm in all den Jahren für die Weiterentwicklung der Freundschaft entlang des Rheins und über den Fluss hinweg ausgegangen sind.  

Amtskollege Schick überreichte dem angehenden Pensionär nicht nur ein paar Flaschen allerfeinsten rheinhessischen Weins, sondern lobte dazu die Arbeit seines Kollegen in den höchsten Tönen. Enno Siehr sei in den 18 Jahren stets ein verlässlicher und vorausdenkender Partner gewesen, wenn es darum ging, Probleme schnell und ergebnisorientiert zu lösen. In Sachen Flughafenausbau habe er die Dimension der Erweiterungspläne von Fraport  frühzeitig erkannt und eine Ablehnungsstrategie entwickelt, die auch dort verstanden worden sei, wo man vom Fluglärm nicht ganz so stark betroffen ist.

Erfreulicher als beim Thema Fluglärm waren dann die Sachstandsberichte, die von den beiden Verwaltungschefs im Blick auf die Sanierung der Deiche rechts und links des Rheins gegeben wurden: Die meisten Maßnahmen seien zwischenzeitlich abgeschlossen beziehungsweise in der Umsetzung, und nachdem sich die Bundesländer auch über einheitliche Deichhöhen hatten verständigen können, gebe es jetzt ein „gemeinsames Sicherheitsbewusstsein“ auf beiden Flussseiten, von dem im Ernstfall nicht nur die Einsatzkräfte, sondern natürlich auch die Bevölkerung profitiert.

In einem weiteren Tagesordnungspunkt beschäftigten sich die Kommunalpolitiker dann mit dem Thema „erneuerbare Energien“. Die gesellschaftliche Bedeutung umweltfreundlicher und ressourcenschonender Strom- und Wärmegewinnung ist rechts wie links des Rheins gleichermaßen erkannt. Während sich auf den Höhen des rheinhessischen Hügellandes immer mehr Windräder drehen und die EnergieDienstleistungsGesellschaft Rheinhessen-Nahe (EDG) sehr erfolgreich auf die „Kraft-Wärmekopplung“ mit dezentralen Blockheizkraftwerken setzt, setzt man im Kreis Groß-Gerau stärker auf Erdwärme, und hier wie dort natürlich auf die Sonne, von der sich die Teilnehmer des Treffens wünschten, dass sie nach einem eher durchwachsenen Frühling in den nächsten Wochen wieder häufiger scheint.

Enno Siehr dankte zum Abschluss Landrat Schick und den anwesenden Bürgermeistern für die vielen guten Wünsche, die ihm mit auf den Weg in die Pensionierung gegeben wurden, und natürlich für den guten „rheinhessischen Tropfen“, mit dem die neugewonnene Lebenszeit gewiss leichter zu ertragen sei. Zuletzt sprach er die Hoffnung aus, dass die bewährte Einrichtung des „Anrheiner-Treffens“ auch von seinem Nachfolger weitergeführt werde - und fand dafür bei Claus Schick ebenso wie bei den Bürgermeistern breite Zustimmung.

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