Präventionspreis 2009 geht an Nieder-Olmer Hip-Hop-Tanzgruppe Big Crank
Auszeichnung im Rahmen von Tagung über Extremismus und Prävention verliehen
Die Nieder-Olmer Hip-Hop-Tanzgruppe Big Crank hat den mit 1 500 Euro dotierten Präventionspreis 2009 des Landkreises Mainz-Bingen gewonnen. Die Kreisverwaltung zeichnete mit dem Preis nun zum dritten Mal innovative Jugendprojekte aus, die präventive Arbeit gegen Sucht, Gewalt, Extremismus und Kriminalität leisten. Der Preis wird rückwirkend für Projekte verliehen, die im vergangenen Jahr erfolgreich waren. Irene Alt, Kreisbeigeordnete für Jugend und Soziales, lobt die Sieger aus Nieder-Olm: „Durch Musik und Tanz steigern die Jugendlichen der Hip-Hop-Gruppe ihr Selbstwertgefühl. Aufgrund der vielen verschiedenen Herkunftsländer der einzelnen Tänzerinnen und Tänzer entsteht zudem Toleranz und Respekt für unterschiedliche kulturelle Hintergründe.“ Den zweiten Platz, der mit 1 000 Euro verbunden ist, belegte die Trainingsgruppe der evangelisch-freikirchlichen Gemeinde Ingelheim. Dort sprechen die Teilnehmer unter anderem über Themen wie Stress, Suchtgefahren oder Extremismus. Die Berufsbildende Schule (BBS) Ingelheim erhielt den dritten Preis über 500 Euro für ihr Konzept „Lernort gesunde Schule – gesunder Lernort Schule“. Mit Teamtrainingstagen, Sucht- und Gewaltprävention und der Stärkung der Schülerpersönlichkeit konnte die BBS punkten. Die weiteren Bewerber, die jeweils 100 Euro als Unterstützung für ihre Projekte erhielten, waren der Graffiti Workshop der Offenen Jugendarbeit Gau-Algesheim, die „Rythm girls“ der Sportjugend Rheinhessen, das Projekt „Einzeln sind wir stark – gemeinsam unschlagbar“ der Realschule plus Sprendlingen, die Aktionswoche „TUT GUT“ des Jugendhauses Oppenheim, das Projekt „Gemeinsam wollen wir hoch hinaus“ des Fördervereins Soziale Arbeit Bingen e.V. sowie die Ganztagsschulhelfer des Projekts „Dien’Heim für Familien“ des TV 08 Dienheim und der Realschule plus Nierstein.In die Preisverleihung eingebettet war eine Tagung zum Thema Extremismus und Prävention. „Kriminalprävention ist einer der Schwerpunkte der Arbeit der Kreisverwaltung“, sagte Landrat Claus Schick. So engagiere sich der Landkreis etwa bei der Einrichtung von kriminalpräventiven Räten in den Orts- und Verbandsgemeinden. Ein weiterer Baustein sei die Einrichtung einer Außenstelle des Weißen Rings auf Kreisebene.
Andreas Müller vom rheinland-pfälzischen Verfassungsschutz lobte die Arbeit der Kreisverwaltung: „Hier im Landkreis läuft eine Menge an Prävention. Ich hoffe, dass Sie dieses hohe Niveau weiter halten.“ In seinem Vortrag gab Müller einen kurzen Überblick über Extremismus in Rheinland-Pfalz und im Landkreis Mainz-Bingen und machte dabei deutlich, dass weder Rheinland-Pfalz noch der Landkreis ein Brennpunkt des Extremismus seien. Dennoch gäbe es Tendenzen, die der Verfassungsschutz mit Sorge beobachte. Angelika Stock vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung stellte die kostenlose und anonyme Telefon-Hotline für Aussteiger aus dem Rechtsextremismus vor sowie die „Elterninitiative gegen Rechts“ für Eltern, deren Kinder rechtsextreme Orientierungen zeigen. Das neue Projekt „Rückwege“ soll zudem rechtsextremistisch gefährdeten Menschen mit geringem Qualifikationsniveau zu einer beruflichen Perspektive verhelfen. Über die Präventionsarbeit der Polizei informierte Leo Erben vom Polizeipräsidium Mainz. Als Reaktion auf einen Anstieg rechtsextremistischer Straftaten rund um Schulen und die Verteilung von Schulhof-CDs mit rechtsextremistischer Musik habe man sich dazu entschlossen Schulklassen zu besuchen und diese über rechtsextremistische Kleidung, Symbole und Musik aufzuklären. Werner Frank gab einen Einblick in die Präventionsprojekte des Kreisjugendamts wie das „Rhoihesse Adventure“ oder den Jugendbandwettbewerb Rock-N-Pop-Youngsters. „Solange die tägliche Lebenssituation als lebenswert empfunden wird und für den Einzelnen Perspektiven bietet, wird niemand von sich aus gewalttätig, süchtig, kriminell oder extremistisch. Daher kann man nicht früh genug damit anfangen Kindern und Jugendlichen sinnvolle Alternativen aufzuzeigen und sie gegen die Vielzahl der Verführungen stark zu machen“, erklärte Frank.