Knapp 22 000 Fälle in Bußgeldstelle – Nicht angeschnallt, zu schnell, betrunken

21. Januar 2011


Zu schnell gefahren, nicht angeschnallt, den Abstand nicht eingehalten oder zwei Gläser Wein zu viel getrunken und trotzdem selbst gefahren – solche Verkehrsvergehen werden mit einem Bußgeld geahndet. Bearbeitet werden solche Fälle von der Bußgeldstelle der Kreisverwaltung Mainz-Bingen. Ordnungswidrigkeiten im Straßenverkehr machen auch den Großteil der Bußgelder aus, die der Landkreis ausstellt. Doch auch für Verstöße gegen das Baurecht, illegale Müllentsorgung, Lebensmittelüberwachung, Schulschwänzen oder Verstöße gegen das Waffenrecht ist die Bußgeldstelle der Kreisverwaltung zuständig. 21 638 Fälle haben die zehn Mitarbeiterinnen im Jahr 2010 bearbeitet. „Für mich ist es erstaunlich, dass es immer noch so viele Leute gibt, die ihre Kinder nicht anschnallen oder beim Autofahren mit dem Handy telefonieren“, sagt Krisztina Weber, Fachbereichsleitung Bußgeldstelle. Denn Kavaliersdelikte sind das keinesfalls. Der Handyverstoß kostet 40 Euro Geldbuße zuzüglich Gebühren und Auslage. Außerdem gibt es noch einen Punkt im Verkehrszentralregister des Kraftfahrt-Bundesamtes in Flensburg. Alkohol- und Drogenverstöße werden noch strenger geahndet, hier hat die Bußgeldstelle im vergangenen Jahr 91 Fälle von Fahren unter Alkoholeinfluss und 169 Fälle von Fahren unter Drogeneinfluss bearbeitet. Auch die Überwachung von ein- bis dreimonatigen Fahrverboten gehört zum Zuständigkeitsbereich der Bußgeldstelle.

Vorarbeit für die Kreisverwaltung leistet bei Verkehrsordnungswidrigkeiten die Polizei mit ihren Kontrollen. Derzeit kontrollieren die Gesetzeshüter verstärkt den Schwerlastverkehr und haben auch ein besonderes Augenmerk darauf, ob die Ladung eines Fahrzeugs nicht zu schwer und außerdem richtig gesichert ist. Ist dies nicht der Fall, ist ein Bußgeld fällig. Polizei und Bußgeldstelle beugen so Unfällen vor und sorgen für eine höhere Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, damit es nachher im Radio nicht heißt: „Achtung, an alle Autofahrer, auf der A60 zwischen Bingen und Ingelheim hat ein LKW seine Ladung verloren, es liegen Holzbalken auf der Fahrbahn.“ Eine Veränderung beim Bezahlen der Bußgelder ist in den vergangenen Jahren durch die schlechte Wirtschaftslage aufgetreten: Immer mehr Leute entrichten ihre Bußgelder in Raten oder beantragen einen Aufschub der Zahlung. Wenn jemand allerdings gar nicht zahlt, muss die Bußgeldstelle entsprechend reagieren. Bei Minderjährigen sind das erzieherische Maßnahmen, wie etwa gemeinnützige Arbeit. Volljährige Personen müssen bei Verweigerung der Zahlung mit Erzwingungshaft, also einem Gefängnisaufenthalt, rechnen.

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