Zensus 2011 – Erste Bilanz für den Landkreis Mainz-Bingen
21. November 2011Die Befragungen für den Zensus 2011, die deutschlandweite Volkszählung, sind für den Landkreis Mainz-Bingen zum Großteil abgeschlossen. 245 ehrenamtliche Erhebungsbeauftragte waren zwischen Bacharach und Guntersblum auf Tour, um insgesamt rund 28 800 Personen zu befragen. Dies entspricht rund 14 Prozent der Kreisbevölkerung. Die Personen hatte das Statistische Landesamt zufällig ausgewählt und der Kreisverwaltung vorgegeben.
Der Zensus 2011 ist Teil der ersten gemeinsamen Volkszählung in allen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union. Der Zensus stellt einerseits die amtlichen Einwohnerzahlen Deutschlands fest, die beispielsweise die Grundlage für die Einteilung der Bundestagswahlkreise oder die Sitze Deutschlands im Europaparlament bilden. Ein zweites Ziel ist es, Informationen zu Wohnraum, Bildung und Erwerbsleben zu gewinnen. Dazu wird zum einen auf Daten in bereits bestehende Verwaltungsregister zurückgegriffen. Die persönlichen Haushaltsbefragungen haben dabei den Zweck, diese Daten aus den Registern zu bestätigen, aber auch zu ergänzen. Denn Informationen zu Bildung, Migrationshintergrund oder auch Angaben zur Erwerbstätigkeit für Selbstständige liegen in den Datenbanken nicht verlässlich vor. Für Gebäude und Wohnungen gibt es in Deutschland flächendeckend überhaupt keine Verwaltungsregister.
Den Fragebogen zum Zensus konnten die Bürgerinnen und Bürger entweder im Direktinterview mit dem Erhebungsbeauftragten ausfüllen lassen oder alternativ alleine bearbeiten. Mit 71 Prozent der Befragten, also 21 125 Personen, entschied sich die Mehrheit für das Direktinterview. 4752 Personen füllten den Bogen selbst aus. Wer auch bei einem zweiten angekündigten Besuch der Erhebungsbeauftragten nicht zu Hause anzutreffen war, wurde inzwischen von der Kreisverwaltung angeschrieben. Dies traf auf rund sieben Prozent der Personen zu. Nur 0,7 Prozent der auskunftspflichtigen Personen verweigerten die Befragung. Gegen sie musste die Zensusstelle Zwangsgelder androhen oder festsetzen. Etwa 23 200 Fragebögen hat die Kreisverwaltung Mainz-Bingen bereits an das Statistische Landesamt in Bad Ems geliefert.
Um die Qualität der Ergebnisse aus den Haushaltsstichproben im Kreis Mainz-Bingen zu bewerten, wurden standardmäßig rund 100 Haushalte nochmals von einem anderen Erhebungsbeauftragten ein zweites Mal befragt. Bei dieser Wiederholungsbefragung wählten 90 Prozent der Auskunftspflichtigen das Direktinterview.
Zurzeit befragen die Erhebungsbeauftragten noch die Sonderbereiche im Landkreis. Dazu zählen insgesamt 70 Einrichtungen wie Alten-, Kinder- oder Studentenwohnheime. Mit einem Abschluss dieser Befragungen wird in circa sechs Wochen gerechnet.

Bereits 23 200 der grün-weißen Zensus-Fragebögen hat die Kreisverwaltung Mainz-Bingen an das Statistische Landesamt in Bad Ems geliefert.