Porträt des Landkreises

Verkehrswege

Der Landkreis Mainz-Bingen ist mit einem dichten Straßennetz für den überörtlichen Verkehr erschlossen. Wirtschaftlich als Teil des Rhein-Main-Gebietes zu betrachten hat sich der Landkreis jedoch seine eigene kulturelle Identität bewahrt.
Die A60 (Mainz - Bingen), A61 (Ludwigshafen - Koblenz), A63 (Mainz - Alzey) und die durch den Landkreis führenden Bundesstraßen B9, B41, B48, B50 und B420 mit einer Gesamtlänge von 131 Kilometer bilden die Basis des Straßennetzes, das durch 220 Kilometer Landesstraßen, 157 Kilometer Kreisstraßen und 387 Kilometer Gemeindestraßen zu einem verkehrsmäßig optimalen Zuschnitt ergänzt wird. Durch die Rheinstrecke der Bundesbahn ist der Landkreis an das überregionale und internationale Schienennetz angeschlossen. Mit dem Rhein, Deutschlands Wasserstraße Nummer 1, und dem Fernstraßennetz mit der Anbindung an den Frankfurter Flughafen ist das Verkehrsgefüge im Bereich des Kreises weit über die Region hinaus von Bedeutung. Zwei Brückenprojekte bei Nierstein und Bingen sind in der Diskussion und werden die Anbindung an das Rhein-Main-Gebiet und den Rheingau weiter verbessern.


Wirtschaft

Der mittelständisch geprägte Landkreis Mainz-Bingen ist der wirtschaftsstärkste Kreis in Rheinland-Pfalz. Ein Branchenmix aus Pharma, Dienstleistung und Hochtechnologie prägt Unternehmenslandschaft in Mainz-Bingen. Große Firmen wie Boehringer Ingelheim, der Weltkonzern mit global fast 40.000 Beschäftigten, am Standort Ingelheim mehr als 6.000, oder die große Zahl mittelständischer Betriebe bieten sichere Arbeitsplätze. Kleinere, prosperierende Hochtechnologiefirmen haben sich im Landkreis angesiedelt. Auch der Medienstandort Mainz strahlt auf den Landkreis aus: Firmen der Kommunikationsbranche, Werbe- und Filmagenturen tragen immer stärker zum Wachstum bei. Die Zahl der Beschäftigten zugrunde gelegt, sind die chemische Industrie, die Spirituosenherstellung und der Maschinenbau die wichtigsten Erwerbszweige. Ferner haben die Elektrotechnik, die Druckerei- und Vervielfältigungstechnologie und die Kunststoffverabeitung Bedeutung.

Die Kaufkraft im Landkreis liegt rund 21 % über dem Bundesdurchschnitt. Das Bruttoinlandsprodukt zu Marktpreisen je Erwerbstätigem im Kreis lag zum 31.12.2007 bei 66.863 Euro und damit knapp 10.000 Euro über dem BIP des Landes Rheinland-Pfalz. Auch in der permanent niedrigen Arbeitslosenquote von in 2009 durchschnittlich 4,6 % schlägt sich die Wirtschaftskraft nieder.

Hier zahlen sich auch die hervorragenden so genannten "weichen" Standortfaktoren aus: Eine hohe Lebensqualität durch gute Wohnlagen, ein großes kulturelles Angebot, erstklassige Infrastruktur mit schnellen Verkehrswegen und die schöne Landschaft, geprägt von sanften Hügeln, Weinbau und Landwirtschaft, tragen ebenso zur Attraktivität des Landkreises bei wie die sehr guten Schul- und Bildungseinrichtungen und das breit ausgebaute Angebot an Kindertagesstätten- und Krippenplätzen.


Landwirtschaft

Fast 34.000 Hektar Fläche werden im Landkreis Mainz-Bingen landwirtschaftlich genutzt. Die hochwertigen rheinhessischen Böden sind ausschlaggebend dafür, dass rund 53 Prozent dieser Fläche als Ackerland zur Verfügung steht. Etwa 35 Prozent ist Weinanbaufläche, gefolgt von Obstanlagen, die 5 Prozent der landwirtschaftlich genutzten Fläche ausmachen. 7 Prozent bestehen aus Dauergrünflächen. 3219 landwirtschaftliche Betriebe sind im Landkreis Mainz-Bingen statistisch erfasst.
Die Struktur der 2.200 Winzerbetriebe befindet sich im Wandel. Eine junge Winzergeneration ist angetreten, überkommene Produktions- und Betriebsstrukturen nach modernen Kriterien zu verändern. Qualität statt Menge ist das Programm. Die gut ausgebauten Weine der Winzerbetriebe aus dem Landkreis finden in der Direktvermarktung immer mehr Liebhaber. Viele prämierte Weingüter finden sich im Landkreis und Spitzenweine sind allerorten anzutreffen.


Tourismus

Der Tourismus im Landkreis Mainz-Bingen gewinnt immer mehr an Bedeutung. Die beliebtesten touristischen Ziele liegen am Rhein zwischen Bacharach und Bingen, Mainz, Nierstein, Oppenheim und Guntersblum. Aber auch im Inneren - dem rheinhessischen Hügelland - entstehen mehr und mehr Angebote, die auch diesen Bereich des Landkreises touristisch interessant machen. Bei etwa 450.000 registrierten Übernachtungen bleibt ein Tourist im Durchschnitt etwa zwei Nächte lang bei uns.
Von Golf bis Ballonfahren - viele Freizeitmöglichkeiten locken immer mehr Menschen aus den Ballungsräumen Frankfurt und Mannheim/Ludwigshafen zu uns, um mit Auto, Fahrrad oder zu Fuß auf Entdeckung zu gehen. Ein 550 Kilometer langes Radwegenetz durchzieht die Region entlang des Rheines und der Selz. Über das flache Land und über die hügeligen Gegenden geht es vorbei an Sehenswürdigkeiten, Burgen, Schlössern und Denkmälern, durch wunderschöne Dörfer und Städte. Unvergessen die Einkehr in einer vielen Straußwirtschaften. Zu einer spontanen Weinprobe bieten sich viele Gelegenheiten, die Winzer im Landkreis heißen Gäste gerne willkommen. Von rustikal bis exquisit reicht das kulinarische Angebot.
Auch Gäste aus entfernteren Regionen oder dem Ausland scheuen den Weg nicht und bleiben gerne ein oder zwei Nächte, um in gemütlichen Weinstuben bei gutem Essen die Gastfreundschaft zu genießen. Dies alles in einer Landschaft, die geprägt wird durch eine über 2000-jährige Geschichte, die unverwechselbare Spuren in Kirchen, Burgen, Wehranlagen, alten Bürgerhäusern und Museen und vielen anderen Sehenswürdigkeiten hinterlassen hat.
In der Touristikwerbung geht man im Landkreis Mainz-Bingen seit Januar 1987 neue Wege und überwindet administrative Grenzen: Zusammen mit dem Nachbarkreis Alzey-Worms und den großen Städten Mainz und Worms wurde eine gebietsübergreifende Touristikzentrale geschaffen, die die Vermarktung der Region Rheinhessen koordiniert: Die Rheinhessen-Touristik GmbH bietet vielfältige touristische Angebote an (http//www.rheinhessen.de).
Der Tourismus im Landkreis ist neben der Industrie, dem Handel und dem Handwerk, ein sehr beachtlicher und vor allem ein relativ stabiler Wirtschaftsfaktor mit weiterem Wachstumspotenzial. Durch den Tourismus werden Arbeitsplätze geschaffen oder gesichert und so zusätzliches Einkommen in die Region geführt. Die kommunalen Mittel, die über die Rheinhessen-Touristik GmbH in die Tourismuswerbung fließen, werden als aktive Wirtschaftsförderung verstanden, die sich bei marktgerechter Verwendung überwiegend auf die Großzahl kleiner und mittelständiger Betriebe stabilisierend und existenzsichernd auswirkt.


Ausblick

Trotz aller Herausforderungen können die Menschen im Landkreis Mainz-Bingen zuversichtlich in die Zukunft blicken. Wirtschaftliche Stärke, , hohe Bildungschancen, noch immer steigende Einwohnerzahlen, kulturelle Vielfalt und landschaftliche Schönheit bilden die Grundlage für eine weiterhin positive Entwicklung. Aufgabe der Politik ist es, die guten Rahmenbedingungen zu erhalten und weiter zu verbessern. Der weitere massive Ausbau der kreiseigenen Schulen, Krippen- sowie Ganztageskindergartenplätze, die Förderung ehrenamtlicher Arbeit durch das Ehrenamtsförderprogramm des Landkreises, die Wirtschaftsförderung, der kontinuierliche Ausbau der Verwaltungsmodernisierung und die Kulturförderung werden auch in den kommenden Jahren die Schwerpunkte der Arbeit des Kreises sein.


 

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