Heilpraktikerwesen

Hinweise zur Überprüfung nach dem Heilpraktikergesetz bei der Kreisverwaltung Mainz-Bingen

Allgemeine Heilpraktikerüberprüfung



Der Antrag auf Zulassung zum/zur Heilpraktiker(in) ist beim Ordnungsamt der für Sie zuständigen Kreis- bzw. Stadtverwaltung zu stellen. Diese leitet für Sie den Antrag zur landesweit zuständigen Überprüfungsbehörde, der Kreisverwaltung Mainz-Bingen, Außenstelle Mainz, Amt für Veterinär- und Gesundheitswesen, Abteilung Gesundheitswesen, weiter. Diese ist neben der zuständigen Antragsbehörde zentraler Ansprechpartner für alle Fragen zur Durchführung der Überprüfungen.

Die Überprüfung von Heilpraktikeranwärtern gliedert sich in einen schriftlichen und einen mündlich-praktischen Teil. In beiden Teilen müssen ausreichende Kenntnisse nachgewiesen werden.

Gesetzesgrundlage: § 1 des Gesetzes über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz) vom 17.02.1939 in Verbindung mit der 1. Durchführungsverordnung zum Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (1. DV) vom 18.02.1939, zuletzt geändert durch Art. 9 des Gesetzes zur Gleichstellung behinderter Menschen sowie der 2. Durchführungsverordnung zum Heilpraktikergesetz (2. DV) vom 03.07.1941

Die Überprüfung erfolgt nach diesen Hinweisen in der zum Zeitpunkt der Überprüfung gültigen Fassung.

Gegenstand der allgemeinen Übgerprüfung sind folgende Themen:

  • Grundkenntnisse der Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie
  • Allgemeine Krankheitslehre, einschl. diagnostischer Abgrenzung psychiatrischer Krankheitsbilder, psychischer Störungen sowie relevanter psychosomatischer Krankheitsbilder Notfallmedizin, einschl. psychiatrischer Notfallsituationen
  • Naturheilkunde
  • Hygiene, Desinfektion und Sterilisation
  • neues Infektionsschutzgesetz (früher Bundesseuchengesetz)
  • Berufs- und Gesetzeskunde, einschl. der in Frage kommenden Ländergesetze
Der schriftliche Teil umfasst 60 Fragen nach einem Antwortauswahlverfahren (multiple choice), wobei mindestens 45 Fragen (=75 %) richtig beantwortet werden müssen. Für die Bearbeitung sind 120 Minuten vorgesehen.

Im mündlich-praktischen Teil sind die von dem vorsitzenden Arzt/Ärztin und ein oder zwei Beisitzern/Beisitzerinnen gestellten Fragen in freier Form zu beantworten sowie am Ende der Überprüfung eine praktische Aufgabe (z.B. Perkussion u. Auskultation der Lunge bzw. ein Fallbeispiel mit Diagnosestellung und Therapievorschlag) zu bearbeiten. Die mündlich-praktische Überprüfung wird in Kleingruppen durchgeführt.

Der schriftliche Teil erfolgt vor dem mündlich-praktischen Teil. Zu beiden Teilen ergeht eine separate Einladung der Kreisverwaltung Mainz-Bingen. Zu jeder Überprüfung ist der gültige Personalausweis oder Reisepass vorzulegen.

Eine Benachrichtigung zum mündlich-praktischen Teil erfolgt nur, wenn aufgrund des Ergebnisses des schriftlichen Teiles keine Bedenken gegen die Erlaubniserteilung bestehen. Sofern auch nach dem mündlich-praktischen Teil keine Bedenken gegen eine Erlaubniserteilung bestehen, leitet die Kreisverwaltung Mainz-Bingen die Unterlagen mit einer entsprechenden Ergebnismitteilung dem zuständigen Ordnungsamt zur Erlaubniserteilung zu. Das zuständige Ordnungsamt erteilt die Erlaubnis in Form eines Bescheides und der Erlaubnisurkunde.

Ergeben sich aus dem schriftlichen Teil Bedenken gegen die Erlaubniserteilung, so erfolgt keine Benachrichtigung zum mündlich/praktischen Teil der Überprüfung. In diesem Fall bzw. wenn sich im mündlich-praktischen Teil Bedenken gegen die Erlaubniserteilung ergeben, werden die Antragsunterlagen dem zuständigen Ordnungsamt mit einer entsprechenden Ergbnismitteilung zurück gesandt. Das zuständige Ordnungsamt stellt in diesem Fall den Versagungsbescheid aus.
In beiden Fällen ist das Überprüfungsverfahren damit abgeschlossen.

Wird die Ausübung des Heilpraktikerberufes trotz der geäußerten Bedenken weiterhin angestrebt, so ist ein neuer Antrag über das für Sie zuständige Ordnungsamt zu stellen. In diesem Fall ist eine erneute schriftliche und mündlich-praktische Überprüfung entsprechend den jeweils geltenden gesetzlichen Bestimmungen erforderlich. Auch die Überprüfungsgebühr ist erneut zu entrichten.

 

Publikationen zum Download (PDF):