Heilpraktikerwesen

Hinweise zur Überprüfung nach dem Heilpraktikergesetz bei der Kreisverwaltung Mainz-Bingen

eingeschränkt auf dem Gebiet der Psychotherapie


Der Antrag auf Zulassung zum Heilpraktiker ist an die für den Antragsteller zuständige untere Verwaltungsbehörde (Ordnungsamt Stadt- oder Kreisverwaltung) zu stellen. Diese leitet den Antrag zur Überprüfung gemäß der Landesverordnung über die Zuständigkeit der Überprüfung von Heilpraktikeranwärtern an die zentral für Rheinland-Pfalz zuständige Kreisverwaltung Mainz-Bingen -Aussenstelle Mainz-(Überprüfungsbehörde) weiter, die auch die Terminvergabe zur Überprüfung vornimmt.

Antragsteller, die glaubhaft versichern, sich ausschließlich im Bereich der Psychotherapie heilkundlich betätigen zu wollen und nicht die Approbation nach dem Psychotherapeutengesetz erlangen können, können die auf das Gebiet der Psychotherapie eingeschränkte Überprüfung nach dem Heilpraktikergesetz beantragen.

Die eingeschränkte Überprüfung von Heilpraktikeranwärtern gliedert sich -analog der uneingeschränkten Überprüfungen- gem. § 1 des Gesetzes über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (Heilpraktikergesetz) [HeilprG] vom 17.02.1939 in Verbindung mit der Ersten Durchführungsverordnung zum Gesetz über die berufsmäßige Ausübung der Heilkunde ohne Bestallung (1 .DV) vom 1 8.02.1 939, zuletzt geändert durch Artikel 9 des Gesetzes zur Gleichstellung behinderter Menschen sowie der 2. Durchführungsverordnung zum Heilpraktikergesetz (2.DV) vom 03.07.1941, in einen schriftlichen und einen mündl./praktischen Teil. In beiden Teilen müssen ausreichende Kenntnisse nachgewiesen werden. Die Überprüfung erfolgt nach diesen Hinweisen in der zum Zeitpunkt der Überprüfung gültigen Fassung.

Gegenstand der Überprüfung Psychotherapie sind folgende Themen:
  • Psychologie und Psychopathologie
  • Abgrenzung heilkundlicher Tätigkeit, insbesondere im psychotherapeutischen Bereich, gegenüber Ärzten und allgemein als Heilpraktiker tätigen Personen vorbehaltenen heilkundlichen Behandlungen
  • diagnostische Fähigkeiten in Bezug auf das einschlägige Krankheitsbild (Abgrenzung psychiatrischer Erkrankungen und psychischer Störungen)
  • Befähigung, die Patienten entsprechend der Diagnose psychotherapeutisch zu behandeln, inklusive Krisenmanagement und psychiatrischer Notfall¬situationen
  • Kenntnisse über psychiatrische, psychische, psychosomatische und relevante somatische Erkrankungen
  • Berufs- und Gesetzeskunde, einschließlich der in Frage kommenden Ländergesetze.

Der schriftliche Teil umfaßt 28 Fragen nach einem Anwortauswahlverfahren (multiple choice), wobei mindestens 21 Fragen (75 %) richtig beantwortet werden müssen. Für die Bearbeitung sind 55 Minuten vorgesehen.

Im mündlich/praktischen Teil sind die von dem/der Amtsarzt/ärztin oder seinem/ ihrem Vertreter bzw. Vertreterin und ein oder zwei Beisitzern/innen gestellten Fragen in freier Form zu beantworten sowie am Ende der Überprüfung eine praktische Aufgabe in Form eines Fallbeispiels (Diagnosenstellung und Therapievorschlag) zu bearbeiten.

Der schriftliche Teil erfolgt grundsätzlich vor dem mündlich/praktischen Teil. Zu beiden Teilen ergeht eine separate Benachrichtigung.

Zu jeder Überprüfung ist neben der Benachrichtigung der gültige Personalausweis oder Reisepaß vorzulegen.

Bestehen aufgrund des schriftlichen Teils der Überprüfung keine Bedenken gegen die Erteilung der Erlaubnis gemäß § 1 HPG i.V.m. § 2 Abs. 1 Buchstabe i der 2. Durchführungsverordnung (DVO) zum Heilpraktikergesetz (HPG), erfolgt die Ladung zum mündlich/praktischen Teil durch die Überprüfungsbehörde.

Ergeben sich bereits aus dem schrifltichen Teil Bedenken hinsichtlich § 1 HPG i.V.m. § 2 Abs. 1 Buchstabe i der 2. DVO zum HPG, so findet eine Ladung zum mündlich/ praktischen Teil nicht statt. Die Überprüfungsbehörde teilt das Ergebnis der zuständigen unteren Verwaltungsbehörde unter Rücksendung der Antragsunterlagen mit. Das Überprüfungsverfahren durch die zuständige Abteilung der Kreisverwaltung Mainz-Bingen ist damit abgeschlossen.

Ergeben sich aus dem mündlich/praktischen Teil der Überprüfung Bedenken hinsichtlich § 1 HPG i.V.m. § 2 Abs. 1 Buchstabe i der 2. DVO zum HPG, so erfolgt ebenfalls die Mitteilung an die zuständige untere Verwaltungsbehörde unter Rücksendung der Antragsunterlagen. Das Überprüfungsverfahren durch die zuständige Abteilung der Kreisverwaltung Mainz-Bingen ist damit abgeschlossen.

Wird trotz der von der Überprüfungsbehörde geäußerten Bedenken im schriftlichen oder mündlich/praktischen Teil der Überprüfung im Sinne des § 1 HPG i.V.m. § 2 Abs. 1 Buchstabe i der 2. DVO zum HPG weiterhin die Erlaubnis zur Ausübung der Heilkunde nach § 1 HPG angestrebt, so ist ein erneuter Antrag über die zuständige untere Verwaltungsbehörde unter erneuter Zahlung der Überprüfungsgebühr erforderlich. Es ist eine erneute vollständige (schriftliche u. mündlich/praktische) Überprüfung nach der vorliegenden Richtlinie in der zum Zeitpunkt der Überprüfung gültigen Fassung notwendig.

Bestehen nach dem schriftlichen und mündlich/praktischen Teil der Überprüfung keine Bedenken im Sinne des § 1 HPG i.V.m. § 2 Abs. 1 Buchstabe i der 2. DVO zum HPG, so leitet die Überprüfungsbehörde die Unterlagen mit einer entsprechenden Stellungnahme der zu¬ständigen unteren Verwaltungsbehörde zur weiteren Veranlassung zu.

Die Überprüfungen finden jeweils am 3. Mittwoch im März (schriftlich), ab April (mündlich/praktisch) und am 2. Mittwoch im Oktober (schriftlich) sowie ab November (mündlich/praktisch) statt. Beide Teile der Überprüfung (schriftlich und mündlich/ praktisch) sind zusammenhängend zu absolvieren. Die Anmeldefristen sind der 31. Dez. für die Frühjahrs- und der 30. Juni für die Herbstüberprüfung. Es werden immer nur Anmeldungen für die jeweils nächste Überprüfung entgegengenommen. Die vollständigen Unterlagen müssen der Kreisverwaltung Mainz-Bingen -Außenstelle Mainz- am 30. Juni bzw. 31. Dez. vorliegen.


Die Überprüfung erfolgt nur unter der Voraussetzung, dass die Überprüfungsgebühr gemäß der aktuellen Fassung des "Besonderen Gebührenverzeichnisses der Gesundheitsverwaltung" innerhalb des in der Ladung zum schriftlichen Teil der Überprüfung angegebenen Zeitraumes auf das dort angegebene Konto eingezahlt wird.

Terminabsagen, unentschuldigtes Fernbleiben sowie Zurücknahme des Antrags sind gem. § 15 Landesgebührengesetz für Rheinland-Pfalz gebührenpflichtig.


 

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