Kunst am Bau am Neubau der Kreisverwaltung Mainz-Bingen
Im Zuge des Neubaus der Kreisverwaltung Mainz-Bingen wurde ein Wettbewerb zur Kunst am Bau ausgelobt. Ziel war es, den neuen Verwaltungsstandort nicht nur architektonisch, sondern auch künstlerisch zu bereichern und sowohl im Außen- als auch im Innenbereich Akzente zu setzen. Zahlreiche Künstlerinnen und Künstler reichten ihre Ideen ein, die eine Verbindung zwischen Funktionalität, Ästhetik und der Identität des Landkreises schaffen sollten.
Für die Kunst am Bau standen nach Landesvorgaben 250.000 Euro zur Verfügung. Die Auswahl erfolgte über einen verpflichtenden Wettbewerb mit 16 teilnehmenden Künstlerinnen und Künstlern. Eine unabhängige Fachjury bestimmte zwei Siegerentwürfe, die letztlich vom Kreisausschuss beschlossen wurden.
Die Gewinner

Außenbereich:
Das Kunstwerk futura vinea von Christian Odzuck verbindet Ingelheims jahrtausendealte Weinbautradition mit seiner internationalen Bedeutung in der pharmazeutischen Forschung. Die Skulptur – inspiriert von der Knospe der Weinrebe als Symbol für Wachstum, Potenzial und Erneuerung – steht für die Transformation von Naturwissen in eine digitale Zukunft.
Das Werk besteht aus zwei großformatigen Skulpturen, gefertigt im innovativen 3D-Powderbed-Druckverfahren aus dem nachhaltigen Werkstoff Econit. Die reduzierte Farbgebung in Grün-, Braun- und Rosatönen orientiert sich an jungen Weinrebenknospen, während die raue Betonoberfläche bewusst sichtbar bleibt.
Als erstes Kunstwerk weltweit, das in dieser Dimension mit dieser Technologie umgesetzt wird, vereint futura vinea poetische Formensprache und technologische Innovation. Modelle des Werkes werden zudem in die Partnerregionen des Landkreises entsandt – als Botschafter für Freundschaft und Völkerverständigung.
Erklärung des Künstlers in Deutsch
Christian Odzuck: Futura Vinea 2026, 3D-Betondruck, Stahl, Farbe
Futura Vinea verbindet die jahrtausendealte Weinbautradition des Landkreises Mainz-Bingen mit seiner zugleich international bedeutenden Rolle als Standort wissenschaftlicher und pharmazeutischer Forschung. Das Kunstwerk schlägt damit eine symbolische Brücke zwischen Naturwissen, kultureller Herkunft und datenbasierter Zukunft. Ausgangspunkt des Entwurfs ist die Knospe der Weinrebe – ein Sinnbild für Potenzial, Wachstum, Zyklus und Regeneration. Als Motiv steht sie für das Werdende und Zukünftige und eröffnet einen optimistischen Blick auf Entwicklung und Wandel.
Das Werk besteht aus zwei großformatigen Skulpturen, die die organische Form der Rebenknospe in eine zeitgenössische, offen interpretierbare Gestalt übersetzen. Die Formensprache bewegt sich dabei bewusst zwischen Naturbeobachtung und digitaler Transformation:
Ursprünglich Gewachsenes wird in einen technisch entwickelten, skulpturalen Ausdruck überführt. So wird erfahrbar, wie natürliche Formen durch digitale Prozesse neu gelesen und gestaltet werden können.
Futura Vinea wurde vollständig digital entworfen und mit einem innovativen additiven 3D-Druckverfahren realisiert. Die sichtbare Materialität der Oberfläche bleibt bewusst erhalten und tritt in einen spannungsvollen Dialog mit der organischen Form. Ergänzt wird dies durch eine zurückhaltende Farbgebung, die an junge Weinrebenknospen erinnert, ohne sie naturalistisch abzubilden. Es entsteht ein Wechselspiel aus rauer Struktur, subtiler Farbigkeit und technischer Präzision.
Über seinen Standort hinaus ist Futura Vinea auch als Zeichen der Verbundenheit gedacht. Modelle des Kunstwerks, die in die Partnerregionen reisen, machen es zu einem künstlerischen Botschafter für Völkerverständigung, Freundschaft und den lebendigen Austausch über Grenzen hinweg. So verweist das Werk nicht nur auf die Geschichte des Landkreises, sondern auch auf seine Gegenwart und Zukunft. Futura Vinea steht für die Verbindung von Tradition und Innovation, regionaler Identität und internationaler Offenheit.
Texte long de l’artiste en français
Christian Odzuck: Futura Vinea 2026, impression 3D en béton, acier, peinture
Futura Vinea associe la tradition viticole millénaire de l’arrondissement de Mayence-Bingen à son rôle également majeur, à l’échelle internationale, en tant que site de recherche scientifique et pharmaceutique. Cette œuvre d'art crée ainsi un lien symbolique entre les savoirs liés à la nature, l'héritage culturel et un avenir fondé sur les données. Le point de départ de ce projet est le bourgeon de la vigne, symbole de potentiel, de croissance, du cycle et de régénération.
En tant que motif, l‘œuvre incarne le devenir et le futur, et offre une vision optimiste du développement et du changement. Elle se compose de deux grandes sculptures qui transposent la forme organique du bourgeon de vigne en une silhouette contemporaine, ouverte à diverses interprétations. Le langage de la forme oscille délibérément entre l'observation de la nature et la transformation numérique : ce qui a poussé à l'origine est transposé en une expression sculpturale issue de la technologie. On peut ainsi découvrir comment les formes naturelles peuvent être réinterprétées et redessinées grâce à des processus numériques.
Futura Vinea a été entièrement conçue numériquement et réalisée à l'aide d'un procédé innovant d'impression 3D additive. La matérialité visible de la surface est délibérément préservée et entre dans un dialogue captivant avec la forme organique. À cela s'ajoute une palette de couleurs discrète qui évoque les jeunes bourgeons de vigne sans pour autant les reproduire de manière naturaliste. Il en résulte un jeu entre une structure brute, des couleurs subtiles et une précision technique.
Au-delà de son emplacement, Futura Vinea se veut également un symbole de solidarité. Les models de l'œuvre qui voyagent dans les régions partenaires en font une ambassadrice artistique de la compréhension entre les peuples, de l'amitié et des échanges vivants par-delà les frontières. Ainsi, l'œuvre fait non seulement référence à l'histoire de l'arrondissement, mais aussi à son présent et à son avenir. Futura Vinea incarne le lien entre tradition et innovation, identité régionale et ouverture internationale.
Tekst artysty o dziele sztuki
Christian Odzuck: Futura Vinea
2026, druk 3D z betonu, stal, farba
Futura Vinea łączy tysiącletnią tradycję uprawy winorośli w powiecie Mainz-Bingen z jego jednocześnie znaczącą, międzynarodową rolą jako centrum badań naukowych i farmaceutycznych. Dzieło tworzy w ten sposób symboliczny most między wiedzą przyrodniczą, dziedzictwem kulturowym a przyszłością opartą na danych naukowych. Punktem wyjścia projektu jest pąk winorośli – symbol potencjału, wzrostu, cyklu i regeneracji. Jako motyw, reprezentuje on powstawanie i przyszłość, oferując optymistyczną perspektywę rozwoju i zmiany.
Praca składa się z dwóch wielkoformatowych rzeźb, które przekładają organiczną formę pąka winorośli na współczesną, otwartą interpretacyjnie formę. Język formalny celowo porusza się między obserwacją natury a transformacją cyfrową: pierwotnie wyhodowane elementy przekształcają się w technicznie rozwinięty, rzeźbiarski wyraz. W ten sposób staje się namacalne, jak naturalne formy mogą być reinterpretowane i przekształcane za pomocą procesów cyfrowych.
Futura Vinea została zaprojektowana w całości cyfrowo i zrealizowana przy użyciu innowacyjnego, addytywnego procesu druku 3D. Widoczna materialność powierzchni została celowo zachowana i wchodzi w dynamiczny dialog z organiczną formą. Całość uzupełnia stonowana paleta barw, przywodząca na myśl młode pąki winorośli, bez realistycznego ich przedstawienia. Rezultatem jest gra szorstkiej faktury, subtelnej barwy i technicznej precyzji.
Ponadto Futura Vinea ma również symbolizować więź. Modele dzieł sztuki, które podróżują do regionów partnerskich, czynią z niej artystycznego ambasadora międzynarodowego porozumienia, przyjaźni i ożywionej wymiany ponad granicami. Tym samym dzieło nawiązuje nie tylko do historii regionu, ale także do jego teraźniejszości i przyszłości. Futura Vinea reprezentuje związek między tradycją a innowacją, tożsamością regionalną a otwartością międzynarodową.

Innenbereich:
Das Wandkunstwerk Freundschaftstapete von Bastian Muhr verbindet Symbole aus den Wappen des Landkreises Mainz-Bingen und seiner Partnerregionen – darunter Rad, Leiter, Lilie, Agaseke-Korb und Schrägbalken – zu einer neuen abstrakten Form. Durch eine zufällige Anordnung entsteht ein einzigartiges Muster, das nie regelmäßig wiederkehrt. Aus der Kombination der Symbole entwickeln sich neue Formen – Sinnbild für Kooperation, Austausch und gemeinsame Werte.
Die Tapete wird an zwei Orten im Neubau eingesetzt: als große Wandgestaltung im Foyer sowie im internen Besprechungsraum. Dort ergänzt sie die Architektur subtil und bleibt auch dann wirksam, wenn Teile durch Möbel oder Lampen verdeckt sind. Mit der Umsetzung der Ingelheimer Freundschaft im Neubau Dienstgebäude II erwirbt der Landkreis die Nutzungsrechte des Tapetenmotives. So steht es dem Landkreis frei auch weitere Flächen in ihren Dienstgebäuden mit dem Motiv zu tapezieren.
Gedruckt wird das Werk auf hochwertigem, langlebigem Tapetenmaterial. So entsteht ein dauerhaftes, zugleich aber auch flexibel wiederholbares Kunstwerk, das Identität stiftet und die internationale Freundschaft des Landkreises sichtbar macht.
Erklärung des Künstlers in Deutsch
Bastian Muhr: Freundschaftstapete 2025, Wandtapete, Größe und Motivgröße variabel
Die Freundschaftstapete ist eine künstlerisch gestaltete Wand-tapete des Künstlers Bastian Muhr. Der Entwurf kombiniert auf spielerische Art 5 handgezeichnete Symbole, die den Wappen des Landkreises Mainz/Bingen und dessen Partnerregionen entnommen wurden, und führt sie zu einer neuen abstrakten Form.
Folgende Symbole wurden verwendet: Rad (Landkreis Mainz/ Bingen, Deutschland), Leiter (Provinz Verona, Italien), Lilie (Landkreis Nysa, Polen), Agaseke-Korb (Sektorenverbund Kirehe, Ruanda) und Lilie/Schrägbalken (Region Burgund, Frankreich).
Die 5 Motive wurden zufällig nebeneinander auf der Fläche verteilt. Sie sind in einer Weise gestaltet, dass sich bestimmte Formen durch ihre Anordnung miteinander verbinden und neue, spannende Kombinationen ergeben: Beispielsweise passen der Agaseke-Korb und die Lilie genau auf die Leiter und erweitern sie zu einem neuen Gebilde. Aus den 5 Grundformen entstehen somit auf der Wandfläche eine Vielzahl von formalen Neuschöpfungen.
Die Zufallsverteilung wurde durch ein eigens hierfür entwickeltes Computerprogramm vorgenommen. Hier zeigt sich ein wichtiger Unterschied der Freundschaftstapete zu einer klassischen Mustertapete: Durch die zufällige Anordnung der Symbole wiederholt sich das Muster nicht in einer regelmäßigen, wiedererkennbaren Art und Weise. Es gibt keinen Rapport. Die Arbeit bleibt an jeder Stelle formal einzigartig.
Die Arbeit interpretiert klassische Prinzipien der Innenraum-gestaltung neu und präsentiert sie in einer zeitgemäßen Form.
Darüber hinaus symbolisiert sie die Zusammenarbeit und Freundschaft zwischen den Partnerregionen und dem Landkreis Mainz/Bingen.
Die Arbeit ist an unterschiedlichen Wänden in den Verwaltungsgebäuden des Landkreises zu sehen.
Texte long de l'artitse en francaise
Bastian Muhr: Freundschaftstapete 2025, tapisserie murale, dimensions et taille des motifs variables
La « Freundschaftstapete » ou « tapisserie de l’amitié » est une œuvre murale réalisée par l’artiste Bastian Muhr.
Le motif associe de manière ludique cinq symboles dessinés à la main, issus des armoiries de l'arrondissement de Mayence-Bingen et de ses régions partenaires, pour leur donner une nouvelle forme abstraite.
Les symboles utilisés sont les suivants : une roue (arrondissement de Mayence-Bingen, Allemagne), une échelle (province de Vérone, Italie), un lys (arrondissement de Nysa, Pologne), un panier Agaseke (district de Kirehe, Rwanda) et un lys avec une barre oblique (région de Bourgogne, France).
Les 5 motifs ont été disposés au hasard les uns à côté des autres sur la surface. Ils sont conçus de telle manière que certaines formes s'assemblent grâce à leur agencement et créent ainsi de nouvelles combinaisons intéressantes : par exemple, le panier Agaseke et le lys s'adaptent parfaitement à l'échelle et la prolongent pour former une nouvelle structure. À partir de ces cinq formes de base, une multitude de nouvelles compositions apparaissent ainsi sur le mur.
La répartition aléatoire a été réalisée à l'aide d'un programme informatique spécialement développé à cet effet. C'est là qu'apparaît une différence importante entre la tapisserie de l'amitié et un papier peint à motifs classique : En raison de la disposition aléatoire de chaque élément, le motif ne se répète jamais de manière régulière et reconnaissable. Il n'y a pas de rapport. Sur le plan formel, l'œuvre reste en tout point unique.
Le travail réinterprète les principes classiques de l’aménagement intérieur et les présente sous une forme contemporaine.
Tekst artysty o dziele sztuki
Bastian Muhr: Tapeta przyjaźni
2025, Fototapeta, Zmienny rozmiar i rozmiar motywu
Tapeta Przyjaźni to artystycznie zaprojektowana fototapeta autorstwa artysty Bastiana Muhra.
Projekt w ciekawy sposób łączy pięć ręcznie rysowanych symboli zaczerpniętych z herbów okręgu Mainz/Bingen i regionów partnerskich, tworząc nową, abstrakcyjną formę.
Wykorzystano następujące symbole: Koło (okręg Mainz/Bingen, Niemcy), Drabina (prowincja Werona, Włochy), Lilia (okręg Nysa, Polska), Koszyk Agaseke (Pleciony kosz z pokrywką ) (sojusz sektorowy Kirehe, Rwanda) oraz Lilia/Belka Ukośna (region Burgundia, Francja).
Pięć motywów zostało losowo rozmieszczonych obok siebie na powierzchni. Zostały one zaprojektowane w taki sposób, że poszczególne formy łączą się ze sobą poprzez swój układ, tworząc nowe i ekscytujące kombinacje: na przykład koszyk Agaseke i lilia idealnie pasują do drabiny, przedłużając ją w nową strukturę. Z pięciu podstawowych kształtów na powierzchni ściany wyłania się mnóstwo nowych, formalnych kreacji.
Losowy rozkład uzyskano za pomocą specjalnie opracowanego programu komputerowego. Podkreśla to istotną różnicę między tapetą „Friendship Wallpaper” a klasyczną tapetą wzorzystą.
Dzięki losowemu rozmieszczeniu symboli wzór nie powtarza się w regularny, rozpoznawalny sposób. Nie ma powtórzeń. Praca pozostaje formalnie unikatowa w każdym punkcie.
Praca reinterpretuje klasyczne zasady projektowania wnętrz i prezentuje je we współczesnej formie.
Co więcej, symbolizuje współpracę i przyjaźń między regionami partnerskimi a powiatem Mainz/Bingen.
Pracę można zobaczyć na różnych ścianach w budynkach administracyjnych powiatu.
Die Platzierten
2. Platz Außen - Kubach Kropp

Das Kunstwerk Steine für die Vielfalt nimmt seinen Ausgangspunkt im Rheinkiesel, dessen rund geschliffene Form von Wasser und Zeit geprägt wurde. Aus dieser Idee entwickeln sich künstlerisch bearbeitete Steinkörper, die sich öffnen, ihre inneren Strukturen zeigen und in einen symbolischen Dialog miteinander treten. Das Ensemble steht für Begegnung, Vielfalt und Zusammenhalt – zentrale Werte, die auch das Zusammenleben im Landkreis prägen.
Die Skulpturen bestehen aus großen Findlingen aus Deutschland (u. a. Granit aus Bayern und Serpentin aus den Alpen), kombiniert mit Natursteinen aus den Partnerregionen des Landkreises: Burgund (Kalkstein), Verona (Marmor), Nysa/Polen (Flusskiesel) sowie Edelsteine aus Ruanda. In Intarsien- und Oberflächengestaltungen verschmelzen diese Materialien zu einem sicht- und fühlbaren Zeichen der internationalen Verbundenheit.
Mit einer Höhe von bis zu fünf Metern und einem Gewicht von rund 20 Tonnen bilden die Skulpturen einen markanten Blickfang vor dem Dienstgebäude II in Ingelheim. Die nachhaltige Materialwahl – witterungsbeständige Natursteine mit guter Energiebilanz – garantiert eine lange Lebensdauer bei minimalem Pflegeaufwand.
3. Platz Außen - Maria Vill

Das Kunstwerk Stein der Weisen spielt mit Gegensätzen – Stein und Edelstein, Schwere und Leichtigkeit, Konkretheit und Abstraktion. Verziert ist sie mit Ornamenten aus der Region sowie aus den Partnerregionen des Landkreises: Verona, Nysa, Burgund und Kirehe. Ein Rebenornament verweist zudem auf den Weinbau als prägendes Element der Heimat.
In dieser Vielstimmigkeit entsteht ein farbenreiches visuelles Konzert: der Stein verwandelt sich zum Edelstein – Symbol für die Attraktivität, Lebensfreude und Weltoffenheit im Landkreis Mainz-Bingen. Er steht für internationalen Dialog, Vielfalt und ein friedliches Miteinander.
Die Farb- und Materialwahl knüpft an Architektur und Natur des Neubaus an und setzt zugleich einen lebendigen Akzent. Möglich ist eine partizipative Gestaltung, bei der Bürgerinnen und Bürger sowie Vertreter der Partnerregionen an Ornamenten und Mosaikflächen mitwirken – ein gemeinsames Zeichen von Identität und Verbundenheit.
2. Platz Innen - Katja Brinkmann

Das Wandkunstwerk Interaction belebt die große Wandfläche im Foyer des Neubaus. Mit klar konturierten, vertikal ausgerichteten Farbflächen entsteht eine räumliche Tiefe, die je nach Sonnenstand und Schattenwurf ständig neue Eindrücke vermittelt. So tritt das Kunstwerk in einen Dialog mit dem Licht, der Architektur und den Betrachter:innen.
Die Farbpalette aus Schwarz-, Weiß- und Grautönen, kombiniert mit warmen Beige- und Braunnuancen, greift die Materialien des Raumes auf und fügt sich harmonisch ein. Aus der Distanz wirkt das Bild grafisch und klar, aus der Nähe zeigt es eine lebendige, malerische Struktur.
Das Werk ist nicht statisch, sondern verändert sich fortlaufend im Zusammenspiel mit Raum und Licht – ein Sinnbild für Begegnung, Dynamik und Miteinander, wie sie den partnerschaftlichen Geist des Landkreises prägen.
3. Platz Innen - Stefan Meisl

Die beiden Kunstwerke Feld I - Farbe und Feld II - Rhytmus greifen den Weinbau als prägendes Element der Kulturlandschaft im Landkreis Mainz-Bingen auf. Aus der Ferne wirken Rebzeilen wie grafische Muster in der Landschaft – diese Beobachtung bildet den Ausgangspunkt der Entwürfe.
Im Foyer entsteht mit Feld I – Farbe eine rechteckige Wandarbeit aus eingefärbtem Rebbindegarn, das in abgestuften Grün- und Gelbtönen dichte Strukturen bildet. Das seitlich einfallende Licht verstärkt die lebendige, changierende Oberfläche.
Im Besprechungsraum zeigt Feld II – Rhythmus keramische Abgüsse von Rebhölzern, die zu einem lockeren, grafischen Geflecht arrangiert sind. Die filigrane Struktur in creme-weiß harmoniert mit den Holzelementen des Raumes und wirkt zugleich lebendig und zurückhaltend.
Beide Arbeiten verbinden traditionelle Materialien aus dem Weinbau mit zeitgenössischer künstlerischer Formensprache und schaffen so eine subtile wie eindrückliche Referenz zur Identität der Region.
Was ist "Kunst am Bau"?
Bund und Länder fördern einen Großteil an öffentlichen Bauprojekten, auch auf kommunaler Ebene. So erhielt auch der Bau des zweiten Dienstgebäudes der Kreisverwaltung Mainz-Bingen in der Konrad-Adenauer-Straße in Ingelheim Zuwendungen zur Anteilsfinanzierung vom Land Rheinland-Pfalz.
Das Land Rheinland-Pfalz hat in Anlehnung an die geltenden Regeln bei Baumaßnahmen des Bundes festgelegt, dass bei geförderten Bauprojekten eine Summe von ein bis zwei Prozent der Baukosten für eine künstlerische Ausgestaltung vorzusehen ist. Diese Gestaltung wird als „Kunst am Bau“ bezeichnet. Das Ziel: bildende Künstlerinnen und Künstler an den Bauprojekten zu beteiligen und einen kulturellen Mehrwert zu schaffen.
Für die künstlerische Ausgestaltung innerhalb von "Kunst am Bau" können alle Möglichkeiten der bildenden Kunst berücksichtigt werden, von Bildhauerei und Malerei bis zu Videoinstallationen oder Ähnliches. Das Kunstwerk soll ein eigenständiger Beitrag zur Bauaufgabe sein, der einen Bezug zur Architektur und/oder Funktion des Bauwerks herstellt, die Integration in die Umgebung beachtet sowie durch künstlerische Qualität und Aussagekraft beeindruckt. Die künstlerische Ausgestaltung soll sich dabei auf das Gebäude und dessen Nutzung und/oder das Baugrundstück beziehen.
Weitere Infos zu Kunst am Bau in Rheinland-Pfalz gibt es hier.
