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Tagesmutter feiert 20-jähriges Jubiläum

20.06.2022

Die Seele der Kinder ansprechen: Andrea Jacobi unterstützt seit 20 Jahren Eltern bei der Kinderbetreuung - ein Bericht.

Individuelle Betreuung, flexible Zeiten, familiäre Nähe: Für viele Familien ist Andrea Jacobi ein echter Segen. Denn seit mittlerweile 20 Jahren ist die erfahrene Tagesmutter aus Bingen mit viel Begeisterung und Herzblut für sie im Einsatz. Seither hat Andrea Jacobi rund 100 Kinder im Alter von null bis drei Jahren betreut – zuhause, in den eigenen vier Wänden. Jetzt feierte sie ihr Jubiläum mit einem kleinen Fest und geladenen Gästen.

Aktuell kümmert sich die Tagesmutter um sieben Kinder, maximal fünf davon gleichzeitig. Von Montag bis Freitag bietet sie den Schützlingen ein Nest – in häuslicher Atmosphäre wird gebastelt, gemalt, gelesen und im Garten gespielt. „Die kleine Gruppengröße wird von vielen Eltern sehr geschätzt und ermöglicht es, ganz intensiv auf die Kleinen einzugehen“, erklärt Andrea Jacobi. Ganz wichtig ist dabei natürlich, dass sich die Kinder wohlfühlen. Und das sei von Anfang an zu spüren gewesen. „Wenn sie sich trösten lassen, wenn sie sich an dich klammern oder wenn auch einmal richtig der Teufel los ist, bestätigt mir das: Die Kinder verhalten sich wie zuhause und darauf kommt es an.“ Empathie sei hier das zentrale Stichwort.

„Die Seele der Kinder muss angesprochen werden. Ohne Empathie funktioniert das nicht.“ 

Wichtig sei zudem, die Kleinen immer mitzunehmen, aber ihnen gleichzeitig Raum und Zeit zu lassen, die sie individuell brauchen. „Es ist immer wieder spannend für mich zu beobachten, welche Entwicklungsschritte sie über die Zeit hinweg durchlaufen.“

Auch untereinander haben die Heranwachsenden ein sehr harmonisches Verhältnis. Gesonderte Räume für den „Arbeitsplatz“ gibt es bei der Bingerin nicht. Zwar wurde natürlich alles kindergesichert, doch in ihrem Haus stehen den Jüngsten alle Türen offen. Das sei auch für ihre eigenen Kinder immer interessant gewesen: Ihre zwei Jungs – 24 und 19 Jahre alt – sind quasi damit großgeworden, regelmäßig Spielkameraden um sich herum zu haben. „Sie waren wie große Geschwister für die Kleinen“, so Andrea Jacobi. Ihre Familie habe immer hinter ihr gestanden, ihr den Rücken für ihre Tätigkeit freigehalten.

 

Elementar sei darüber hinaus, ein sicheres „Händchen im Umgang mit den Eltern zu haben“, wie es die Bingerin ausdrückt. Denn der Beruf erfordert viel Verantwortung, die Eltern vertrauen ihr immerhin den eigenen Nachwuchs an. Und wenn bei der Betreuung doch einmal etwas Unvorhersehbares passiert? „Immer die Ruhe bewahren, die Eltern kontaktieren und gemeinsam eine Lösung finden“, ist Andrea Jacobis Rat.

Begonnen hatte alles 2002: Damals erhielt Andrea Jacobi großen Zuspruch von Freunden, wenn sie sich um deren Nachwuchs kümmerte. 

„Die Kinder haben sich so wohl gefühlt, dass sie beinahe gar nicht mehr nach Hause wollten“, sagt sie schmunzelnd. 

So war die Idee geboren. Komplettiert wurde die Betreuung 2007 mit einem offiziellen Qualifizierungskurs, der seit 2005 vom Kreisjugendamt in guter Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule angeboten wird. 

Und dann nahm das Schicksal seinen Lauf. Zuvor arbeitete Andrea Jacobi als Gärtnerin beziehungsweise Floristin und später im Schmuckgeschäft ihres Mannes Werner. Eine Besonderheit: Erst im vergangenen Jahr hat auch er seine Ausbildung zum Tagesvater bei der Kreisverwaltung abgeschlossen – damit ist das Paar fortan auch im Doppelpack tätig, unterstützt und vertritt sich gegenseitig. „Wir versuchen immer unser Handeln zu reflektieren und uns kontinuierlich zu verbessern“, erklärt Andrea Jacobi. Doch die meisten Dinge liefen einfach gut. Das zeigt sich auch daran, dass es in ihrem Beruf noch nie Leerlauf gegeben habe. Über fehlende Nachfrage für die Betreuung braucht sich die erfahrene Tagesmutter jedenfalls keine Sorgen zu machen – auch finanziell sei sie ausreichend abgesichert.

Und tatsächlich: Der Bedarf im Landkreis ist groß. Aktuell sind über 80 Personen in der Tagespflege aktiv bei rund 500 Kindern, die über das Jahr betreut werden.

 „Die Tagesmütter und -väter leisten eine hervorragende Arbeit. Neben den Kindertagesstätten sind sie unerlässlich, um alle Rechts- und Betreuungsansprüche des Nachwuchses abdecken zu können“, betont Landrätin Dorothea Schäfer. 

Der nächste Kurs steht im September an, dafür werden noch Interessierte gesucht.

„Die Ausbildung in der Tagespflege hat sich über die Jahre hinweg enorm weiterentwickelt und wurde zum Beispiel durch Fortbildungen stetig erweitert“, sagt Claudia Theobald von der Fachberatung im Jugendamt.

Neben der Qualifizierung ist diese Stelle nicht nur für die pädagogische Beratung von Eltern und Tagesmüttern zuständig, sie übernimmt auch die Vermittlung und fördert die Betreuung finanziell. Darüber hinaus sei es ein wichtiges Anliegen, den Tagesmüttern und -vätern zu zeigen, dass sie in ihrem Beruf nicht alleine sind. „Wir haben stets ein offenes Ohr für alle Anliegen und Fragen“, sagt Claudia Theobald. Der Austausch sei auch deshalb elementar, um unter anderem die Rahmenbedingungen für die Tagespflege im Landkreis insgesamt verbessern zu können. „Kurze Wege sind mir sehr wichtig. Die Kommunikation mit dem Jugendamt läuft einwandfrei“, fasst Andrea Jacobi zusammen.

Und wenn eine Betreuung schließlich endet? 

„Aller Abschied fällt schwer, die Kleinen stehen einem nahe. Aber das gehört zu diesem Job dazu und man lernt, damit umzugehen“, sagt Andrea Jacobi abschließend.
Infokasten:

- In Zusammenarbeit mit der Kreisvolkshochschule bietet die Kreisverwaltung regelmäßig rund einjährige Qualifizierungskurse zur Kindertagespflege an. Diese sind kostengünstig, umfassen 210 Unterrichtseinheiten und können auch berufsbegleitend absolviert werden. Der Kurs beinhaltet ein Praktikum bei einer erfahrenen Tagespflegeperson oder in einer Einrichtung.

- Informationen zur Kindertagespflege gibt es bei Claudia Theobald von der Fachberatung Kindertagespflege unter der Telefonnummer 06132 7 87-13900 oder per E-Mail an theobald.claudia@mainz-bingen.de

- Im Landkreis sind derzeit über 80 Tagesmütter und -väter aktiv.

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Für einen im Verhältnis zum Gesamtvolumen geringen Anteil der Rechtsgeschäfte ist die Schriftform gesetzlich vorgeschrieben. Die elektronische Abwicklung solcher Rechtsgeschäfte setzt heute in der Regel eine qualifizierte elektronische Signatur nach dem Vertrauensdienstegesetzes (VDG) durch den Nutzer voraus. De-Mail kann auch in diesen Fällen genutzt werden, allerdings muss die entsprechende De-Mail oder das per De-Mail versandte Dokumente dann zusätzlich durch den Nutzer qualifiziert elektronisch signiert werden (siehe unten).

Der Versand per De-Mail allein ersetzt also nicht immer die Schriftform. Gegenwärtig erarbeitet die Bundesregierung ein E-Government-Gesetz, das unter anderem weitere Möglichkeiten schaffen soll, die gesetzlich vorgeschriebene Schriftform durch alternative elektronische Verfahren, insbesondere De-Mail, zu ersetzen.
Weitere Informationen zur De-Mail gibt es auf der Homepage des Beauftragten der Bundesregierung für Informationstechnik.

Wir sind Mainz-Bingen - Imagefilm des Kreises

„Mainz-Bingen ist einfach ein guter Platz zum Leben.“ Das findet Landrätin Dorothea Schäfer, und das finden viele Menschen, die hier bereits leben oder Jahr für Jahr in den Landkreis ziehen. Was Mainz-Bingen alles zu bieten hat, zeigt der Imagefilm des Kreises.

Das fünfminütige Werk aus dem Hause der Mainzer „Formatfabrik“ zeigt Bilder aus allen Bereichen des Kreises – ob Süden, Norden, Mitte, ob Mittelrhein, Nahe, Rheinhessen. Abgebildet sind Weinberge, Wälder, der Rhein und die Burgen, die Themen Wirtschaft, Tourismus, ÖPNV und vor allem die Menschen – einfach alles, was den Landkreis Mainz-Bingen so ausmacht

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