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27. Juli 2023

Rettungswachen- und Notarztstandortplanung: Schriftwechsel zwischen Kreis und Land

Die Kreisverwaltung Mainz-Bingen informiert über den aktuellen Sachstand zum Schriftwechsel zwischen Landrätin Dorothea Schäfer und Innenminister Michael Ebling.

In ihrem Brief an den Innenminister forderte die Landrätin eine verstärkte Verantwortungsübernahme durch das Land bei der Rettungswachen- und Notarztstandortplanung – eine Erwartung an das Ministerium, die auch im Mainz-Binger Kreistag kommuniziert wurde.

Eine wesentliche Forderung in ihrem Brief an das Land betrifft die bislang nicht gesetzlich geregelte Eintreffzeit von Notärzten am Unfallort: Damit fehle eine wichtige Grundlage, um Notarztversorgungsbereiche sinnvoll planen und vertreten zu können. Bei dieser Forderung stützt sie sich auch auf die Expertise des Instituts RUN Rettungswesen und Notfallmedizin GmbH, die die Einführung einer landesweiten Hilfsfrist, ähnlich wie in anderen Bundesländern, für notwendig erachtet. 

In der Antwort des Innenministeriums heißt es hierzu, dass sich das Land weiter mit dem Rettungsdienst auseinandersetzen werde und bundesweit geltende Qualitätsstandards für den Rettungsdienst in der Regierungskommission empfehlen werde – inwieweit diese dann in eine gesetzliche Regelung einfließen werden, bleibe abzuwarten. 

Landrätin Schäfer: „In diesem Punkt hätte ich mir vom Land konkretere Antworten zu meinem Schreiben gewünscht.“

Fachkräftemangel bei Notärzten – Behörde in engem Austausch mit dem DRK

Den von Innenminister Ebling festgestellten dringenden Handlungsbedarf hinsichtlich der temporären Abmeldungen von Notarztstandorten kennt die Rettungsdienstbehörde. Dabei gehe es nicht um die Planung oder Erweiterung von Notarztstandorten. Es geht vielmehr um die Herausforderung, was den allgemeinen Fachkräftemangel im Bereich der Notärzte betrifft. Hierzu schreibt die Rettungsdienstbehörde bereits im Februar 2023 in ihrer Sachstandsdarstellung: „Während es 2021 noch keinen einzigen Fall gegeben hatte, in dem die beiden Notarztstandorte Bingen und Ingelheim gleichzeitig abgemeldet waren, war es 2022 bei 365 Einsatztagen schon 39 Mal der Fall.“ Das Land hat in diesem Zusammenhang bereits wichtige Ansätze wie den Einsatz von Telenotärzten identifiziert. Landrätin Dorothea Schäfer hatte bei diesen Ansätzen auf eine notwendige, schnelle Umsetzung hingewiesen.

Unabhängig davon steht die Rettungsdienstbehörde mit dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) als Betreiber der Notarztstandorte Bingen und Ingelheim in einem ständigen Austausch, denn auch der Behörde bereiten die Abmeldequoten Sorge: „Wir sind sehr froh, dass sich in Gestalt des DRK ein Akteur gefunden hat, der seine Leistungsstärke auch in die Übernahme von Notarzt-Standorten einbringt, denen auch die Erstellung der Dienstpläne obliegt“, so die Landrätin. Und hier gibt es bereits Verbesserungen: Die Abmeldungen aufgrund der Nicht-Verfügbarkeit eines Notarztes haben sich am Standort Bingen seit der Übernahme durch das DRK deutlich verringert. Zudem will das DRK dem Fachkräftemangel weiter entgegenwirken – so zum Beispiel mit einem Konzept, das auch auf die Beschäftigung hauptamtlicher Notärzte setzt.

Uwe Frohn, Bereichsleiter Rettungsdienst des DRK, betont: „Wenn man von der Ausgangslage Ende 2022 ausgeht, konnte die notärztliche Versorgung am Standort Bingen – schneller als dies zu vermuten war – verbessert werden.“ 

Und Frohn weiter: Die Abmeldequoten in Ingelheim seien auch für das DRK unbefriedigend, auch wenn ein Abgleich mit dem tatsächlichen Dienstplan etwa von März 2023, auf dessen Basis die Notärzte vergütet werden, zu einem niedrigeren Wert komme als in dem Schreiben des Ministeriums aufgeführt. Zum Hintergrund: Durch den intensiven Einsatz des Ärztlichen Leiters Rettungsdienst Dr. Scherer konnte der Notarzt-Standort Ingelheim erhalten werden.

Rettungsdienst in der Region soll weiter optimiert werden

Die Rettungsdienstbehörde hat sich zudem bereits auf den Weg gemacht, den Rettungsdienst in der Region weiter zu verbessern – was Zustand und Ausstattung der Rettungswachen, aber auch die schnelle Erreichbarkeit der Menschen durch die Fahrzeuge des Rettungsdienstes betrifft. Diesen eingeschlagenen Weg stuft das Ministerium als vorbildhaft ein (wir berichteten kürzlich). Davon unabhängig unterliegt die Überprüfung und Verbesserung der rettungsdienstlichen Versorgungsstruktur einer kontinuierlichen Prüfung der zuständigen Behörde, wie der Innenminister feststellt. Eine Aufgabe, die die Rettungsdienstbehörde an vielen Stellen wahrnimmt.

Abschließend betont Landrätin Schäfer: „Die Gesamtthematik Rettungsdienst ist hoch emotional. Wir wollen transparent und mit allen Beteiligten dieses unter Stress stehende System verbessern. Ich hoffe sehr, dass das Land sein im letzten Abschnitt des Schreibens beschriebenes Engagement in der Mitarbeit der Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung erfolgreich einbringen kann.“

Den Briefwechsel sowie eine Sachstandsinformation der Rettungsdienstbehörde sind hier abzurufen: 

Medienanfragen

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