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Geflüchtete in Mainz-Bingen: Unterbringung und Integration

Die Zahl der zugewiesenen Geflüchteten durch das Land Rheinland-Pfalz steigt weiter an - so auch im Landkreis Mainz-Bingen. Die Aufnahmekapazitäten in den Kommunen sind inzwischen nahezu erschöpft. Das oberste Ziel bleibt aber auch weiterhin, die Geflüchteten gut und menschenwürdig unterzubringen. Der Kreis setzt dafür auch auf Notunterkünfte, wie seit Dezember 2023 das ehemalige Krankenhaus in Ingelheim und seit März 2024 den Kreuzhof in Nieder-Olm.

Dennoch gestaltet sich die Suche nach Wohnraum und Platz für weitere Notunterkünfte schwierig. Deshalb bittet der Kreis einmal mehr um Unterstützung bei der Suche nach geeignetem Wohnraum, aber auch für die Integration der geflüchteten Menschen.

Weil uns zu diesem Thema viele Fragen erreichen, haben wir nachfolgend ein FAQ eingerichtet. 

Zuweisungen 

Zuweisungen: Insgesamt hat die Kreisverwaltung Mainz-Bingen bisher 308 ukrainische Flüchtlinge und 812 weitere Flüchtlinge aufgenommen (Stand 17.6.2024) 

Überblick über alle Geflüchteten, die dem Landkreis zur Verteilung angekündigt wurden: 

Zuweisungstagukrainische Flüchtlingeweitere FlüchtlingeGesamt
18.6.202431013
25.6.2024-1010

Notunterkünfte - Zahlen im Überblick 

NotunterkunftBelegungFreie KapazitätWeitere Informationen/HerkunftsländerStand
Ehem. Ingelheimer Krankenhaus937Die häufigsten Herkunftsländer sind derzeit Ukraine, Afghanistan, Türkei und Syrien. Zudem sind Personen aus Pakistan, Somalia, Sudan, Armenien, Kosovo und Burkina Faso untergebracht. 17.6.2024
Kreuzhof Nieder-Olm13107Im Kreuzhof sind Personen aus der Ukraine, Kolumbien, Türkei, Syrien und Burkina Faso untergebracht.17.6.2024
Holzhäuser Ingelheim28797Die häufigsten Herkunftsländer sind derzeit Syrien, Afghanistan, Ukraine, Türkei und Parkistan.17.6.2024
An den Wiesen Ingelheim411In der Unterkunft sind Personen aus Afghanistan, Ägypten, Burkina Faso, Pakistan, Somalia, Sudan, Syrien und Türkei.17.6.2024
Trollmühle Münster-Sarmsheim27-In der Trollmühle werden derzeit nur anerkannte Personen und Personen, die noch im laufenden Asylverfahren sind, untergebracht.17.6.2024
Schützenpfad84In der Unterkunft sind derzeit untergebracht: Personen aus Syrien, staatenlos.17.6.2024
Mainzer Str. 34 Ockenheim16-In der Unterkunft sind derzeit Personenaus der Ukraine untergebracht.17.6.2024

Integrationsbüro des Kreises unterstützt Ehrenamtliche vor Ort

Linda Blessing, die zweite Kreisbeigeordnete Almut Schultheiß-Lehn und Janine Göthling (von links) wollen die Integration der geflüchteten Menschen fördern. Foto: Kreisverwaltung Mainz-Bingen
Linda Blessing, die zweite Kreisbeigeordnete Almut Schultheiß-Lehn und Janine Göthling (von links) wollen die Integration der geflüchteten Menschen fördern. Foto: Kreisverwaltung Mainz-Bingen

Mit einem eigenen Integrationsbüro will die Kreisverwaltung die Integration im Landkreis Mainz-Bingen fördern. Linda Blessing und Janine Göthling bündeln, steuern und koordinieren ab sofort die Integrationsaufgaben im Landkreis und begleiten Angebote von ehrenamtlich Unterstützenden. „Wir sind auf die ehrenamtliche Hilfe angewiesen und dafür sehr dankbar. Aber ehrenamtliches Engagement braucht hauptamtliche Unterstützung, um effektiv arbeiten zu können. Diese Unterstützung für Helfende vor Ort wollen wir mit dem Büro bieten“, sagten Landrätin Dorothea Schäfer und die Kreisbeigeordnete Almut Schultheiß-Lehn zum Start des im Dienstgebäude I angesiedelten Büros.


Das Integrationsbüro arbeitet eng mit den Betreuerinnen und Betreuern zusammen, die in den Notunterkünften für geflüchtete Menschen tätig sind. Linda Blessing und Janie Göthling sind zudem Ansprechpartnerinnen für Haupt- und Ehrenamtliche, die sich vor Ort in den Kommunen im Bereich Integration engagieren.


Zu ihren Aufgaben zählt unter anderem die Erfassung von Bildungsangeboten für Zugewanderte entlang der gesamten Bildungskette - sowohl im formalen als auch non-formalen Bereich. Zudem sollen Lücken im Bildungs- und Integrationsbereich identifiziert werden, um die erforderlichen Schritte zu deren Schließung einleiten zu können.

Ziel ist es, eine geschlossene Bildungs- und Integrationskette zu bilden.

Die Umsetzung und Fortschreibung des Integrationskonzepts des Landkreises sowie eine intensive Netzwerkarbeit mit Helferinnen und Helfern im gesamten Landkreis gehört ebenfalls zu den Aufgaben.

Erreichbar ist das Integrationsbüro unter E-Mail Integration@mainz-bingen.de

Unterstützung durch Wohnraum und Integrationshilfe wird gesucht

Das Integrationsbüro des Landkreises Mainz-Bingen bittet um Mithilfe. Unter der E-Mail-Adresse Intgrtnmnz-bngnd wird gebeten um: 

  • Informationen über geeigneten Wohnraum zur Unterbringung von geflüchteten Menschen.
  • Informationen über freie Flächen, um Notquartiere zu errichten.
  • Ehrenamtliche Unterstützung bei der Integration der geflüchteten Menschen. 

Fragen und Antworten - Allgemein

Die Zahl der Asylbewerber, die nach Deutschland kommen, steigt weiterhin stark an. Die Menge an Geflüchteten ist so groß wie seit den Flüchtlingswellen 1992/1993 und 2015/2016 nicht mehr. Problematisch dabei ist, dass der zu deren Unterbringung notwendige Wohnraum nur schwer zu bekommen ist.

Der Landkreis Mainz-Bingen erhält seit Jahresbeginn 2022 aufgrund des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine sowie der stark vermehrten weltweiten Fluchtbewegung kontinuierlich hohe Zuwächse an Flüchtlingen. Im Jahr 2023 hat der Landkreis – ohne die ukrainischen Flüchtlinge –  528 geflüchtete Menschen vom Land zugewiesen bekommen, die wir rechtlich aufnehmen und unterbringen müssen. In diesem Jahfr werden ebenfalls viele Zuweisungen erwartet.

JahreZuweisungszahlen
2014531
20151744
20161238
2017206
2018303
2019249
2020230
2021358
2022 *sowie 2598 ukrainische Vertriebene, die rechtlich ohne Zuweisung in den Landkreis kamen.488
2023528

Die Zahl der Menschen, die weltweit vor Krieg, Konflikten und Verfolgung fliehen und in Deutschland Asylanträge stellen, war noch nie so hoch wie heute. Diese Personen werden prozentual zur Einwohnerzahl auf die Länder und von dort auf die Landkreise verteilt – auf Basis des sogenannten Königsteiner Schlüssels. 

Danach wurden dem Landkreis seit 2022 bisher 709 Personen zugewiesen (Stand: Ende Januar 2024).

Afghanistan ist weiterhin das häufigste Herkunftsland, gefolgt von Syrien. Stark angestiegen ist zudem das Herkunftsland Pakistan. Zusammen stellen sie mehr als die Hälfte der Leistungsbezieher nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (AsylbLG) dar.
Top 5 Herkunftsländer:

  1. Afghanistan
  2. Syrien
  3. Pakistan
  4. Türkei
  5. Ukraine

Die Landkreise und kreisfreien Städte sind verpflichtet, nach dem Landesaufnahmegesetz Schutzsuchende (Flüchtlinge), die ihnen durch das Land Rheinland-Pfalz zugewiesen werden, aufzunehmen und unterzubringen. Die Aufnahmepflicht umfasst auch die Verantwortung, hinreichende Kapazitäten zu schaffen und vorzuhalten. Auf die Zuweisungen hat der Landkreis keinerlei Einfluss.

Bis ins Jahr 2022 hat der Landkreis Mainz-Bingen die Geflüchteten hauptsächlich dezentral in den einzelnen Kommunen untergebracht. Aufgrund der stark angestiegen Landeszuweisungen ist eine rein dezentrale Unterbringung aber nicht mehr möglich. Daher ist es notwendig, dass die Unterbringung in Sammelunterkünften erfolgen muss.

Es finden, in enger Kooperation mit der Kreisvolkshochschule Mainz-Bingen, regelmäßig Sprachkurse vor Ort statt. 

Deutsch als Fremdsprache: Kurse der KVHS

Deutsch als Fremdsprache: Informationen der KVHS

Ebenso stehen Mitarbeiter des Projektes „Alltagshelfer“ sowie ein Betreuungsdienst in den Notunterkünften für die alltäglichen Belange der Bewohner als Ansprechpartner zur Verfügung. In allen anderen Angelegenheiten unterstützen die Mitarbeiter des Fachbereiches „Asyl und Integration“ der Kreisverwaltung Mainz-Bingen. Auch wird die Möglichkeit der sogenannten „Arbeitsgelegenheiten“ kurzfristig realisiert, um so verbindliche Tagesstrukturen für die Bewohner zu schaffen. 

Zudem läuft eine Kooperation mit der Handwerkskammer Rheinhessen bereits seit einiger Zeit, um die Menschen auf Basis der gesetzlichen Möglichkeiten, in Arbeit zu bringen.

Mehr dazu hier: Kausa

Der Landkreis knüpft ein enges Netzwerk mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die bei der Integration der Menschen helfen können. Dazu gibt es bereits erste Gespräche mit interessierten Gruppierungen, wie etwa der ökumenischen Flüchtlingshilfe Nieder-Olm.

Fragen und Antworten - Ingelheimer Krankenhaus und Kreuzhof Nieder-Olm 

Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Deutschland kommen, ist so hoch wie seit den Flüchtlingswellen 1992/1993 und 2015/2016 nicht mehr. Bis ins Jahr 2022 hat der Landkreis Mainz-Bingen die Geflüchteten hauptsächlich dezentral in den einzelnen Kommunen untergebracht. Aufgrund der stark angestiegen Landeszuweisungen ist eine rein dezentrale Unterbringung aber nicht mehr möglich. Daher ist es notwendig, dass die Unterbringung in Sammelunterkünften erfolgen muss. Aufgrund aktueller Erkenntnisse ist nicht von einer grundsätzlichen Entspannung der Lage auszugehen. Vor diesem Hintergrund ist der Landkreis gezwungen und rechtlich dazu verpflichtet, größere Unterkünfte als sogenannte Notunterkünfte für Geflüchtete vorzuhalten. Nur so kann der Landkreis aktuell noch seiner Unterbringungsverpflichtung nach dem Landesaufnahmegesetz gerecht werden. Jedoch werden kleinere und dezentrale Unterkünfte weiterhin gesucht.

Ein Betreuungsdienst wird rund um die Uhr (24/7) im Einsatz sein, der in Abstimmung mit der Verwaltung sowie den zuständigen Polizeistationen in engem Austausch sein wird. Konkret bedeutet dies für die Praxis vor Ort, dass der Zutritt nur über Eingangs- und Ausgangskontrollen möglich sein wird. Zudem erfolgen regelmäßige Kontrollrundgänge durch das Gebäude und auf dem Gelände. Zusätzlich wird die Betreuung auch durch kreiseigenes Personal direkt vor Ort sichergestellt.

Grundsätzlich sind wir bemüht, die Menschen dezentral unterzubringen. Solange uns das aber aufgrund der stark angestiegen Landeszuweisungen nicht mehr möglich ist, sind wir auf den Betrieb der Notunterkünfte angewiesen. Aufgrund aktueller Erkenntnisse ist auch erst mal nicht von einer grundsätzlichen Entspannung der Lage auszugehen.

Der Kreuzhof in Nieder-Olm wird Ende Februar/Anfang März bezogen. Zunächst ist der Einzug einiger Familien geplant. Die Belegung wird sukszessive gesteigert, die höchstens 120 Plätze werden also nicht auf einmal belegt sein, sondern nach und nach. Wer dem Landkreis im Laufe des Jahres alles zugewiesen wird, ist derzeit nicht absehbar. 

Es wird eine Betreuung rund um die Uhr geben, die über eine karitative Einrichtung organisiert wird. Zudem sind Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeiter der Kreisverwaltung vor Ort. Das Integrationsbüro des Landkreises steht zur Lösung von Problemen bereit, ein Security-Dienst sorgt für die Sicherheit. Um die Integration zu fördern, wird ein enges Netzwerk mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern geknüpft. Auch das Gewerbe ist mit im Boot.

Die Kreisverwaltung Mainz-Bingen steht im engen und sehr fruchtbaren Austausch mit der ökumenischen Flüchtlingshilfe Nieder-Olm, dem Brotkrob, der Kleiderkammer sowie Stadt und Verbandsgemeinde Nieder-Olm, um Angebote zu schaffen, damit die geflüchteten Menschen einen gesellschaftlichen Zugang nach Nieder-Olm bekommen. Ein Großteil der hier untergebrachten Menschen werden übrigens dem Kontigent der VG zugerechnet, sodass Sie längere Zeit im Zuständigkeitsbereich der verabndsgemeinde bleiben. Integrationsprojekte sind damit nachhaltig. 

Der Landkreis knüpft ein enges Netzwerk mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern, die bei der Integration der Menschen helfen können. Dazu gibt es bereits erste Gespräche mit interessierten Gruppierungen, wie etwa derökumenischen Flüchtlingshilfe Nieder-Olm.

Zudem gibt es eine Initiative des Gewebetreffs Nieder-Olm, der nach niederschwelligen Arbeitsangeboten sucht und auch schon welche gefunden hat. All dies zeigt uns: die Hilfesbereitschaft ist weiterhin groß. 

Initiative "Gib den Ankommenden eine Chance!" 

„Gib den Ankommenden eine Chance!“ lautet das Motto einer Initiative, die der Nieder-Olmer Gewerbetreff jetzt startete. Im Mittelpunkt steht die Vermittlung von Beschäftigungsmöglichkeiten für Schutzsuchende, die demnächst in den Nieder-Olmer Kreuzhof einziehen werden. In Betrieben der lokalen Wirtschaft sollen die Ankommenden mit Hilfe des Gewerbetreffs Praktika und Jobs finden.

Schirmherrin der Initiative ist Almut Schultheiß-Lehn, 2. Beigeordnete des Kreises Mainz-Bingen, verantwortlich für die Bereiche Jobcenter, Soziale Hilfen, Soziale Sonderaufgaben. Die Gründung der Initiative fand am Ende eines Koordinationsmeetings im Kreishaus, Konrad-Adenauer-Straße 34, Ingelheim statt. 

„Wir freuen uns, eng mit dem Kreis zusammenarbeiten zu können“, hebt Udo Foerster, Initiator des Nieder-Olmer Gewerbetreffs, hervor. Die Kommunikation verläuft absolut in Augenhöhe und wir sind froh, durch Frau Schultheiß-Lehn und ihr Team bei unseren Projekten wertvolle Impulse und umfangreiche Unterstützung zu erhalten.

Im Namen ihres Teams vom Integrationsbüro des Kreises Mainz-Bingen bedankt sich Almut Schultheiß-Lehn beim Gewerbetreff, repräsentiert durch Udo Foerster in Gegenwart der engagierten Nieder-Olmer Kommunalpolitikerin Heike Zeis (FWG). 

Die Beigeordnete Almut Schultheiß-Lehn sagt: "Das Engagement in Nieder-Olm, sowohl vom Gewerbe als auch von ehrenamtlichen Gruppierungen, ist groß. Darüber freuen wir uns sehr, den Integration können wir nur gemeinsam schaffen." 

Die Grundlagen für ein Pilotprojekt sind bereits geschaffen. Alexander Mohr, Inhaber des Nieder-Olmer Getränkemarktes und Gastronomieservices „Getränke Leitsch“, und das Integrationsbüro des Kreises Mainz-Bingen haben eine entsprechende Absichtserklärung abgegeben. Geplant ist es, bis zu vier Menschen aus dem Kreuzhof bei Getränke Leitsch zur Unterstützung des Logistik-Team zu beschäftigen.

Hintergrund: In wenige Tagen werden Schutzsuchende in den Nieder-Olmer Kreuzhof einziehen. Hierzu ist am 26. Februar ab 16 Uhr eine öffentliche Veranstaltung geplant. Organisationen, die sich den Ankommenden annehmen werden, präsentieren sich vor Ort. Darunter ist auch der Nieder-Olmer Gewerbetreff.

v.l.n.r. Beigeordnete Almut Schultheiß-Lehn, Udo Foerster vom Nieder-Olmer Gewerbetreff und Heike Zeis (FWG, Nieder-Olm) arbeiten eng zusammen.
v.l.n.r. Beigeordnete Almut Schultheiß-Lehn, Udo Foerster vom Nieder-Olmer Gewerbetreff und Heike Zeis (FWG, Nieder-Olm) arbeiten eng zusammen.

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